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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_sw1/0083
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Zweites Stück.

Losband er das Roß vom Tannſtumpf,
Führt' es ſorgſam an dem Zügel.
Und es ſchritten Pfarr' und Reiter
Nach dem Dorf wie alte Freunde
In des Abends Dämmerung.
Dort am Pfarrhausfenſter ſtand die
Schaffnerin und ſah's bedenklich;
Traurig hob ſie ihre Hände,
Traurig nahm ſie eine Priſe:
„Heil'ge Agnes, heil'ge Agnes,
Steh mir bei in meinen Nöten!
— Schleppt mein allzugütiger Herre
Mir ſchon wieder einen Gaſt her;
Wie wird der in Küch' und Keller
Greuliche Verwüſtung bringen!
Nun ade — ihr Bachforellen,
Die dem Herrn Dekan von Wehr ich
Für den Sonntag aufgeſparet,
Nun ade, du friſcher Schinken!
Ja, mir ahnet, auch die alte
Gluckhenn' muß ihr Leben laſſen,
Und den ſchönen Sommerhafer
Frißt das ſchwarze fremde Rößlein.“

Zweites Stück.

Jung Werner beim Schwarzwälder Pfarrherrn.

Traulich in der warmen Stube

Saßen bei der Abendmahlzeit

Der Trompeter und der Pfarrherr;
Auf der Schüſſel hatte dampfend
Ein gebraten Huhn gepranget,
Doch getilgt war's und entſchwunden;
Nur ein würz'ger Bratenduft noch
Schwebte lieblich durch die Stube,
Gleich dem Liede, drin der tote

Sänger bei der Nachwelt fortlebt.


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