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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_sw1/0084
Jung Werner beim Schwarzwälder Pfarrherrn. 17

Auch die leeren Teller zeigten,
Daß ein ganz geſunder Hunger
Kürzlich hier beſchwichtigt ward.

Großen Steinkrug jetzt erhub der
Pfarrherr, und er füllt' die Gläſer
Und begann zum Gaſt zu ſprechen:
„Nach vollbrachtem Mahle ziemt ſich's,
Daß der Wirt den Gaſtfreund frage:
Wer er ſei? woher der Männer?
Wo die Heimat und die Eltern?
In Homerus las ich, daß der
König der Phäaken ſelber
So den edlen Dulder fragte;
Und ich hoff', daß Ihr nicht minder
Schöne Fata mir erzählet
Als Odyſſeus, drum behaglich
Setzt Euch auf die Bank des warmen
Kachelofens, dieſer iſt ein
Brütneſt trefflicher Gedanken,
Iſt auch nach Schwarzwälder Brauch der
Ehrenſitz für den Erzähler,
Und ich hör' Euch zu mit Spannung.
An den Stürmen wilder Jugend
Freut ſich das geſetzte Alter.“

Sprach der Jüngling: „Leider bin ich
Kein geprüfter Dulder, hab' auch
Weder Ilium verwüſtet
Noch den Polyphem geblendet,
Und noch wen'ger hab' ich eine
Königstochter je getroffen,
Die bei Anlaß großer Wäſche
Huldvoll meiner ſich erbarmt hätt'.
Gern doch folg' ich Eurer Mahnung.“
Auf des rieſ'gen Ofens Bänklein
Setzt' er ſich, es war belegt mit
Platten von glaſiertem Tone,
Ihm entſtrahlt' anmut'ge Wärme.
Und der Pfarrherr winkt' ihm, daß er

Scheffel. I. 2


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