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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_sw1/0087
26 Zweites Stück.

Uns die Römer hingeworfen?
Soll nicht auch der deutſchen Erde
Eignen Rechtes Blum entſproſſen,
Waldesduftig, ſchlicht, kein üppig
Wuchernd Schlinggewächs des Südens?
Traurig Los der Epigonen!
Müſſen ſitzen, müſſen ſchwitzen,
Hin und her die Fäden zerren
Eines wüſtverſchlungnen Knäuels,
Gibt's kein Schwert und andre Löſung? —“

Oftmals nächtig bei der Lampe
Saß ich brütend ob dem Codex,
Las die Gloſſ' und den Cujacius,
Bis mich Kopf und Haupthaar ſchmerzten.
Doch der Fleiß blieb ohne Segen.
Luſtig flogen die Gedanken
Von den Lettern in die Weite
Zu des ſtrengen Herrn Cujacius
Schöner Tochter, die dereinſtmals
Glücklicher Pariſer Jugend
Vom Katheder ihres Vaters
Hefte ſüß melodiſch vortrug.
Statt Uſucapion und Erbrecht,
Statt Novella hundertachtzehn
Schaut ein ſchwarzgelocktes Mägdlein
Grüßend aus dem Corpus Juris.
Aus der Hand entfiel die Feder,
Umgeſtülpt ward Tint' und Sandfaß,
Und ich griff nach der Trompete;
Uſucapion und Erbrecht
Und Novella hundertachtzehn,
Klagend im Adagio zogen
Sie hinaus aus der Studierſtub'
Fenſter in die Sternennacht.

Ja, der Fleiß blieb ohne Segen.
Eines ſchönen Morgens ſchritt ich,
Unterm Arm das Corpus Juris,
('s war die ſchöne Elzevirſche


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