Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_sw1/0090
Jung Werner beim Schwarzwälder Pfarrherrn. 23

Geiſt getrübt halb, halb verflüchtigt.
Der Materie und des Geiſtes
Gegenſatz wird durch das Denken
Zu organiſch höh'rer Einheit.
Alſo über Wein und Faſſe
Schwebt mein ſchöpferiſches Trinken,
Und wenn durch den Schädel mir des
Weins Revelationen brauſen,
Wenn mein morſcher Leichnam taumelnd
An den Faſſe niederſinkt:
Das iſt der Triumph des Geiſtes,
Iſt die Tat der Selbſtbefreiung
Aus des Daſeins nicht'gen Schranken.

So erſchließt in meiner Klauſe
Klar ſich mir die Welten⸗Ordnung.
Anders ſtünd' es um die Menſchheit,
Hätten die Germanen ihren
Innerſten Beruf erkannt und
Das Panier des ſtillen Trunkes,
Den bewußten Kult des Weines —
Wie den Feuerdienſt die Perſer —
Durch die ganze Welt getragen!“

O Perkso! beſſer ſtünd' es
Auch mit mir, wenn deiner Weisheit
Niemals ich mein Ohr geliehen!
's war ein ſcharfer Wintermorgen.
Drunten in dem lauen Keller
Hielt der Zwerg und ich, ſelbander,
Einen philoſoph'ſchen Frühtrunk.
Aber wie im Mittagsſcheine
Ich heraustrat, ſchien die Welt mir
Etwas ſeltſam auszuſchauen.
Roſig ſchimmerten die Lüfte,
Engel hört' ich muſizieren.
Auf dem hohen Schloßbalkone
Stand im Kreiſe edler Fräulein
Huldvoll die Gebieterin,
Die Kurfürſtin Leonore.


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_sw1/0090