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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_sw1/0095
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Drittes Stück.

Dort begann die ernſte Arbeit,
Und des Kreuzes Zeichen wurde
Auf jgeſ ſteckt am Fuß des Säntis,
Aufgeſteckt am ſchwäb'ſchen Meer.
Von dem Jura ſtieg hernieder
Fridolin — er ſah die Trümmer
Von Auguſta Rauracorum,
Römermauern — noch entragten
Aus dem Schutt des grünen Tals die
Säulen des Serapistempels.
Doch Altar und Göttercella
War von Diſteln überſponnen,
Und des Gott's baſaltnen Stierkopf
Hatt' ein alemann'ſcher Bauer,
Deſſen Ahn vielleicht den letzten
Prieſter des Serapis totſchlug,
Über ſeinen Stall gemauert.

Fridolin ſah's und bekreuzt' ſich
Und ſchritt weiter, ſchritt rheinaufwärts,
Freudig ob des jungen Stromes.
Abend war's, ſchon manche Meile
War der fromme Mann gewandert,
Da erſchaut' er, wie der Rhein in
Zweigeteiltem Lauf einherfloß,
Und in grüner Flut lag grüßend
Vor ihm da ein kleines Eiland.
(Einem Sack gleich lag's im Rheine,
Und die Landbewohner, deren
Gleichniſſ⸗ juſt nicht fein gewählt ſind,
Nannten's drum Sacconium.)
Abend war's, die Lerchen ſangen,
Schnalzend ſprang der Fiſch im Strom auf,
Und in Fridolini Herzen
Zuckte dankbar fromme Freude.
Betend ſank er in die Kniee,
Denn er kannt' die Inſel, die er



Längſt im Traume ſchon erſehen,

Und er pries den Herrn im Himmel.


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