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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_sw1/0102
Der Fridolinustag. 35

Nicht bei dem gewohnten Frühtrunk,
Sondern gingen ernſt im Zuge.
Dann im dunkeln ſpan'ſchen Mantel,
Dran das weiße Kreuz erglänzte,
Schritten die Deutſch⸗Ordensherren,
Commenthur und Rittersmänner.
Drauß in Beuggen ſtand am Rhein das
Wohlbewehrte Haus des Ordens,
Und in früher Morgenſtunde
Waren ſie heraufgeritten.
Drauf die ſchwarzen, ernſten, alten
Edeldamen aus dem Hochſtift;
Voraus bei der blauen Fahne
Ging die greiſe Fürſtabtiſſin,
Und ſie dachte: „Fridoline,
Biſt ein lieber, guter Heil'ger,
Eins doch kannſt mir nimmer bringen,
Eins: die güldne Zeit der Jugend.
Süß war's einſt vor fünfzig Jahren,
Als die Wang' wie Roſen blühte,
Und im Spinngeweb der Blicke
Manch ein Edelmann blieb hangen!
Lang ſchon tu' dafür ich Buße,
Und ich hoff', es iſt vergeben.
Runzeln furchen itzt die Stirne,
Welk die Wangen, welk die Lippe,
Und im Munde klafft die Zahnluck.“

An der Edeldamen Reihe
Schloſſen ſich die Bürgerfrauen,
Schloß der Zug ſich der Matronen.
Eine nur, im Werktagskleide
Mußte ſeitab ſtehn vom Zuge,
's war die Wirtin aus der alten
Herberg' zu dem „güldnen Knopfe“,
Alſo wollt's der ſtrenge Feſtbrauch.

Dort — ſo meldet uns die Sage —
Stand ſchon in den Heidenzeiten
Eine Herberg' — Fridolin auch,
3*


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