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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_sw1/0104
Der Fridolinustag. 37

Sie voraus, es war geſchmückt mit
Purpurſchwerem Samtgewande,
Das als Weihgeſchenk zum Danke
Für des Kriegs Beendigung
Sie dem Bild einſt dargebracht.

Als die vierte in der Reihe
Schritt ein ſchlankes blondes Fräulein,
Veilchenſtrauß im Lockenhaare,
Drüber wallt' der weiße Schleier,
Und er deckte halb ihr Antlitz
Wie ein Winterreif, der auf der
Jungen Roſenknoſpe glänzet.
Mit geſenktem Blicke ſchritt ſie
Itzt vorüber an jung Werner.
Der erſah ſie — war's die Sonne,
Die ſein Auge jäh geblendet?
War's der blonden Jungfrau Anmut?

Viele zogen noch vorüber,
Doch er ſchaute feſtgebannt nur
Nach der vierten in der Reihe,
Schaut' — und ſchaute —; als der Zug ſchon
In die Seitenſtraße einbog,
Schaut' er noch, als müßt' die Vierte
In der Reihe er erſpähn. — — [brauch
— „Den Mann hat's!“ ſo nennt der Sprach⸗
Dortlands jenen Zuſtand, wo der
Liebe Zauber uns gepackt hat;
Denn der Menſch nicht hat die Liebe,
Nein — er iſt von ihr beſeſſen.
Sieh dich vor, mein junger Werner!
Freud' und Leiden birgt das Wörtlein:
„Den Mann hat's!“ — Nichts ſag' ich weiter.


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