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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_sw1/0107
Viertes Stück.

Wie die erſten Keime eines
Unvollendeten Gedichts.

Alſo einſt, vor grauen Jahren,
Schritt am Arnoſtrand ein ander
Menſchenkind, bewegt und ſinnend.
Er auch ein Trompeter, doch ein
Düſtrer, der des Weltgerichtes
Gellende Poſaunentöne
Durch die faule Zeit geblaſen.
Aber damals, an dem Feſttag,
Als zuerſt er ſie erſchaute,
Die ihm Leitſtern ſeines Lebens,
Führerin zum Paradies ward:
Trieb's auch ihn hinaus zum Strome.
Unter Eich' und Myrten ſchritt er,
Und für alles, was im tiefſten
Grund der Seele klang und jauchzte,
Fand er nur ein einzig Wörtlein:
Beatrice! Beatrice!
Und ſo werden einſt nach tauſend
Und nach abertauſend Jahren
Andre — von der Lieb' durchſchüttert —
Träumeriſch den gleichen Gang gehn.
Und wenn einſt am Rhein der letzte
Sproß germaniſchen Geblütes
Heimgegangen zu den Vätern:
Wandeln andre dort und ſchwärmen,
Und in weichen, fremden Lauten
Sprechen ſie das Wort: Ich lieb' dich!
Kennt die Männer ihr? — ſie haben
Etwas plattgedrückte Naſen,
Ihre Ahnherrn trinken jetzo
Fern am Aral und am Irtiſch
Zukunftsſicher ihren Branntwein. — —

— Junge Liebe, ſchmucke Perle,
Balſam kranken Menſchenherzens,
Anker ſchwanken Lebensſchiffleins,
Immergrün auf dürrem Flugſand:


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