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Jung Werners Rheinfahrt. 45

Schwimmt das niederländ'ſche Treckſchuyt,
Und im Sand, den ich ſo tödlich
Haſſe, ſchlepp' ich müd' mein Daſein,
Und ich bin ſchon lang geſtorben,
Eh' das Meeresgrab mich aufnimmt.
Hüt dich, hüt dich vor Verſandung!

Ja, ich könnt' noch viel erzählen,
Guter Laune bin ich heute,
Und ich lieb' die jungen Burſchen,
Die wie du und wie ich ſelbſt hier
Friſch noch in die Zukunft ſchau'n.
Drum ſoll auch mit einem guten
Rat die lange Standred' ſchließen.
Weiß, daß bitter du verliebt biſt;
Hör's: dein Lieb heißt Margareta,
Iſt des Freiherrn ſchöne Tochter,
Deſſen Schloß dort, hell erglänzend,
Sich in meinen Fluten ſpiegelt.
Oft erſeh' ich auf dem Söller
Dort die Jungfrau — und ich freu' mich,
Trag' auch dich gern in die Nähe.
Dort der Kahn — und dort das Ruder!
Alles Weitre überlaß ich
Billig deiner eignen Weisheit.“
Sprach's und ſchüttelte die Locken,
Und hinab zum Grunde taucht' er.
Ziſchend ſchlug die Wogenbrandung
Über ſeinem Haupt zuſammen,
Und von fern noch tönt ſein Lachen,
Denn inzwiſchen war der Krebskampf
Ernſt beendigt, einer lag im
Blut, dem andern fehlt' ein Schwanzſtück.

Werner tat, wie ihm geraten.
Stand ein alter Turm beim Ufer
Quaderfeſt im Waſſergrunde;
Dort, wo durch verſtohlen Pförtlein
Niederſteigt zum Strand der Fiſcher,
War in lauſchig ſtiller Rheinbucht
Kahn und Ruder in Bereitſchaft.


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