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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_sw1/0115
Fünftes Stück.

Halt dich g'rad, — und fein und artig,
Denn ein alter Reiter⸗Obriſt
Macht mit dir und deinesgleichen
Nicht viel Umſtänd' — ja, er könnte
Dich zur Trepp hinunterwerfen;
Die iſt glatt und vielgeſtufet,
Und das möchte dich beſchäd'gen.
Steig hinauf, mein Lied, zum mächt'gen
Schloßportal, — in Stein gehauen
Stehn im Wappenfeld drei Kugeln,
Wie ſie auch die Medicäer
Zu Florenz im Schilde führten, —
Des Bewohners Adel kündend.
Steig' die breiten Sandſteinſtufen,
Anklopf an der hohen Saaltür'
Und tritt ein und gib Bericht uns,
Was du ſchalkhaft dort erlauſcht.
Dort im hohen Ritterſaale,
Wo der Wände Holzvertäflung
Mit verſtäubten Ahnenbildern
Mannigfach geſchmücket war,
Saß behaglich in dem Lehnſtuhl,
Bei dem luſtig lohen Feuer
Des Kamins der alte Freiherr.
Grau ſchon war ſein langer Schnurrbart,
Zu der Narb', die auf die Stirn einſt
Ihm 'ne ſchwed'ſche Reiterklinge
Eingezeichnet, war vom Alter
Manche Furche ſchon gezogen.
Und es hatt' ein ſchlimmer Gaſt ſich
In des Freiherrn linkem Fuße
Unberufen eingeniſtet.
Zipperlein nennt man's gewöhnlich,
Doch ſo einer es gelehrter
Podagra benamſen möchte,
Hab' ich nichts dawider — ſeine
Stiche ſtechen drum nicht minder.
Heut war's ziemlich zahm, nur ſelten
Wollt' es mächtiger rumoren,
Und dann ſprach der Freiherr lächelnd:


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