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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_sw1/0117
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Fünftes Stück.

's war ein Erbſtück ſeiner teuern
Frühverblichnen ſtolzen Gattin
Leanor Montfort du Pleſſys.
Fern in Ungarn war die Heimat
Hiddigeigeis; ihn gebar die
Mutter aus Angoras Stamme
Einem wilden Pußta⸗Kater.
Aber nach dem Seineſtrande
Sandt' als Zeichen ſeiner Achtung
Ihn ein ung'riſcher Verehrer,
Der ſich fern in Debreczin noch
An Lenorens blaue Augen
Und des Elternſchloſſes Ratten
Ehrfurchtsvoll erinnerte.
Mit der ſtolzen Leanor' zog
Hiddigeigei nach dem Rheine
Treu als Haustier; etwas einſam
Spann er ſeines Daſeins Fäden,
Denn er haßte die Gemeinſchaft
Mit dem deutſchen Katzenvolk.

„Zwar ſie mögen“ — alſo dacht' in

Stolzem Katerſelbſtgefühl er,
„Guten Herzens ſein und einen
Fond beſitzen von Gemüte,
Doch es fehlt an gutem Tone,
Fehlt an Bildung, an Tournüre
Gänzlich dieſen ordinären
Autochthon'ſchen Waldſtadtkatzen.
Wer die erſten Katerſporen
Zu Paris verdient, wer einſtens
Im Quartiere von Montfaucon
Auf die Rattenjagd gegangen,
Dem gebricht's in dieſem Städtlein
Leider ganz an geiſtverwandten
Elementen für den Umgang.“
Iſoliert drum, aber würdig,
Würdig ſtets und ernſt gemeſſen
Lebt' er hier im Herrenhaus.
Zierlich ſchlich er durch die Säle,
Tief melodiſch war ſein Schnurren,


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