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Wie Jung Werner beim Freiherrn Trompeter wird. 63

Jetzt mit Euch ein Wörtlein reden.“
— „Das fängt gut an,“ dachte Werner,
Und verlegen nach dem Boden
Senkt' ſein Aug' ſich, — doch der Freiherr
Setzte lächelnd fort die Reder:
„Glaubt vielleicht, ich zieh' Euch itzt zur
Rechenſchaft und frag', warum Ihr
Bei dem Schloſſe muſiziert habt?
Fehlgeſchoſſen — dieſes geht mich
Nichts an, auf dem Rhein iſt freie
Bürſch, und wer in friſcher Märznacht
Sich trompetend einen Huſten
Dort erjagen will, mag jagen.
Nein, ich wollt' Euch fragen, ob's Euch
Freud' macht, oft noch hier am Rheine
So wie geſtern eins zu blaſen?
Doch mir ſcheint, daß ich mich irrte,
Und ich ſeh', Ihr ſeid kein Spielmann.
Seid wohl gar ſo ein verdammter
Federfuchſer, ſo ein Mann von
Einer fremden Ambaſſade,
Wie ſie jetzt durchs Land kutſchieren
Und verhunzen, was des Kriegsmanns
Säbel einſtens gut gemacht hat.“
— „Auch nicht übel,“ dachte Werner,
Doch der alte Herr gefiel ihm.
„Bin kein Spielmann,“ ſprach er, „doch noch
Wen'ger einer von der Feder.
Meinethalben könnten in dem L
Ganzen heil'gen röm'ſchen Reich die
Tintenfäſſer jäh vertrocknen.
Stehe auch in niemands Dienſten,
Als mein eigner Herr und Meiſter
Reit' ich durch die Welt zur Kurzweil
Und erwart' vorerſt, was für ein
Schickſal mir am Wege blühn wird.“

„Sehr vortrefflich,“ ſprach der Freiherr,
„Wenn das ſo ſteht, mögt Ihr wohl den
Weitern Teil der Rede hören.


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