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Wie Jung Werner beim Freiherrn Trompeter wird. 65

Bann' ich mir des Alters Schäden
Und des Zipperleins Rumor.
Wenn ich gar mit raſchem Taktſchlag
Ein Orcheſter dirigiere,
Mein' ich oft, ich ritte wieder
An der Spitze der Schwadronen:
‚Eingehauen, rechter Flügel!
Drauf, ihr ſcharfen Violinen!
Feuer aus den Keſſelpauken!
Sind im Städtlein auch der tücht'gen
Spielleut' viele, — zwar es mangelt
Ihnen fein'res Kunſtgefühl und
Kennerblick, doch guter Wille
Läßt verzeihn der Fehler manchen.
Violin' und Flöt' und Bratſche,
Leidlich ſind beſtellt ſie, ja der
Kontrabaß iſt ganz vorzüglich.
Aber einer fehlt uns, — einer.
Und, mein Freund, was iſt ein Feldherr
Ohne Ordonnanzen? was iſt
Ohne Flügelmann die Schlachtreih'?
Das Orcheſter ohn' Trompeter?

Einſt war's anders. Dieſe Mauern
Hörten ihn noch, den gewalt'gen
Braven Stabstrompeter Raßmann.
Ha, das war ein ſtolzes Blaſen!
Raßmann, Raßmann, warum ſtarbſt du?

Heut noch ſeh' ich ihn an ſeinem
Letzten Tage; 's war das große
Schützenfeſt in Laufenburg.
Grimm geſtrichen war der Schnurrbart,
Blank und ſtrahlend die Trompete,
Seine Reiterſtiefel glänzten L
Wie ein Spiegel; — und ich lachte.
„Herr, 's iſt Ehrenſache,“ ſprach er,
„Dieſe Schweizer ſollen merken,
Was ein Stabstrompeter leiſtet.“
Scheffel. I. 5


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