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Wie Jung Werner beim Freiherrn Trompeter wird. 67

Ha, das war ein ſtolzes Blaſen!
Raßmann! Raßmann! warum ſtarbſt du?“

Schier gerührt erzählt's der Freiherr,
Fuhr dann fort nach einer Pauſe:
„Junger Freund, und geſtern abend
Klang's vom Rhein herauf als wie ein
Geiſtergruß des Stabstrompeters.
Eine Fuge hört' ich blaſen,
Eine Fug', ein Tongewebe
Wie aus Raßmanns beſten Tagen.
Wenn wir die Trompete hätten,
Wär' die Lück' ergänzt, ich führte
Wiedrum ein komplett Orcheſter
Kommandierend in die Tonſchlacht.
Drum ergeht an Euch mein Vorſchlag:
Bleibt bei uns, — bei mir im Schloſſe.
Lahmgeworden iſt der Waldſtadt
Muſika, o blaſt ein neues
Leben in die Knochen ihr!“

Sinnend ſprach zu ihm jung Werner:
„Edler Herr! der Vorſchlag ehrt mich.
Doch ich heg' ein ſchwer Bedenken.
Schlank und g'rad bin ich gewachſen
Und hab' nicht gelernt, in fremdem
Dienſt den Rücken krumm zu biegen.“

Sprach der Freiherr: „Darum macht Euch
Keine Sorg'; der freien Künſte
Dienſt krümmt keinem ſeinen Rücken.
Eig'nen Herzens Unverſtand nur
Läßt aufs Aufrechtgehn verzichten.
Fern ſei's, mehr von Euch zu heiſchen
Als ein luſtig Muſizieren;
Nur wenn Ihr in müß'gen Stunden
Mir ein Brieflein wollt verfaſſen
Oder kalkulieren helfen,
Dank ich's Euch, Ihr wißt, ein alter
Kriegsmann führt die Feder ſchwer.“
5 *


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