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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_sw1/0140
Der Ausritt zum Bergſee. 78

Oft noch, wenn die Nacht herabſtieg,
Saß ich dort, es zog ein Rauſchen
Durch den Schilf, die Waſſerlilien
Hört' ich leis zuſammenflüſtern,
Und es tauchten aus dem Grund die
Seejungfrau'n, das blaſſe ſchöne
Antlitz glänzt' im Mondenſchein.
Herzerſchütternd, ſinnverwirrend
Schwebte auf der Flut ihr Reigen,
Und ſie winkten mir herüber;
Doch der Tannbaum hielt und warnt' mich:
„Feſtgeblieben auf dem Erdreich!
Haſt im Waſſer nichts zu ſuchen!“

Grüner Bergſee, Tannendunkel,
Schier wehmütig denk' ich eurer.
Bin ſeitdem, ein flücht'ger Wandrer,
über manchen Berg geſtiegen
Und durch manches Land marſchiert,
Sah des Meeres endlos Fluten,
Hörte die Sirenen ſingen,
Doch noch oft durch die Erinn'rung
Zieht ein Rauſchen, wie vom Bergſee,
Wie von Tannenwipfeln, wie von
Heimat — Liebe — Jugendtranm.

Jetzo war ein lautes Treiben,
Rennen, Rufen, Lachen, Scherzeu
Unten an dem Seegeſtad'.
Wie ein Feldherr ſtand der ſchlaue
Fiſchfangkund'ge Wirt zum Knopfe
In der Schar der jungen Männer.
Und nach rechts und links erteilt' er
Seine Weiſung, daß gedeihlich
Sie den Fiſchzug nun begännen.
Hinter Felſen lag ein Kahn im
Schilfe, zugedeckt mit Reiſig
Und mit Ketten angeſchloſſen,
Daß ihn nicht ein unberufner


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