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Siebentes Stück.

Andrer Tod iſt nur Verweſung,
Doch Waldmeiſter ſtirbt ſo wie der
Morgentau im Blütenkelche,
Süß verduftend, ſonder Klage.“
Aus dem Städtlein kamen hurtig
Zu dem See zurück die Boten,
Vorrat bringend, wie befohlen.
Und in kurzem praſſelt' luſtig
Auf dem Felſenherd das Feuer;
In den Pfannen briet, was noch vor
Wenig Stunden froh im See ſchwamm.
Einen mächt'gen Hecht, als erſtes
Kunſtprodukt der Waldesküche,
Bracht' der Knopfwirt nun den Damen,
Und ein feierliches Schweigen
Kündet' ringsum bald, daß alles
Ernſt der Fiſchvertilgung oblag.
Nur verwirrte Laute, wie von
Grätbenagen, Krebsſcheerknicken,

Bogen durch des Waldes Stille.

Oben ward indes ein köſtlich
Feiner Maiwein zubereitet.
In gewalt'ger Schüſſel hatt' ihn
Margareta ſachverſtändig
Angeſetzt, und lind und würzig,
Wie der junge Maien ſelber,
War der Trankt; ſie ſchöpft' ihn freundlich
In die Gläſer und kredenzt' ihn.
Keiner ging leer aus, und luſtig
Zechend ſaß die Schar beim Feuer.

Dort auch ſtreckt' der Stadtſchulmeiſter
Sich im Gras. Der Schul' entrinnend,
War auch er zum See geſchlichen.
Und er trug ein ſüß Geheimnis

In dem Herzen, denn er hatte

Mühſam heut ein Lied verfaßt.
Maiwein, Maiwein, Zaubertränklein!
Plötzlich glühten ſeine Wangen,


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