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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_sw1/0147
Siebentes Stück.

„Jetzunder denkt, wer immer kann,
Auf Kurzweil, Scherz und Minne;
Manch einem grauen Biedermann
Wird's wieder jung zu Sinne.
Er ruft hinüber übern Rhein:
Herzliebſter Schatz, o laß mich ein!“
Und hüben tönt's und drüben:
‚Im Mai da iſt gut lieben!“
Drum ſingen wir im Wald dies Lied
Mit Hei⸗ und Tralaleien, L
Wir ſingen's, weil es ſprießt und blüht,
Als Gruß dem jungen Maien.“

Beifallruf und Händeklatſchen
Schallt' zum Schluſſe, — auch den Damen
Schien's nicht mißbehagt zu haben,
Und es war, als wenn im Rundreim
Zarte Frauenzimmerſtimmen
Durch den Chor geklungen hätten.
Margareta flocht im Scherz aus
Haſelzweigen, Stechpalmblättern,
Veilchen und Ranunkelblüten
Einen Strauß, und ſchalkhaft ſprach ſie:
„Dem Verdienſte dieſen Kranz hier!
Zweifelnd doch, wem ich ihn reiche,
Steh' ich: Dem, der uns das Lied ſang,
Oder dem, der es trompetend
Fein accompagnieret hat?“

Sprach der Freiherr: „Dieſen Zweifel
Löſ' ich mit gerechtem Schiedsſpruch.
Stets gebührt der erſte Preis dem
Dichter, doch was iſt ein Kränzlein?
Was iſt ſelbſt die Lorbeerkrone?
Ich halt's mit den alten Griechen,
Die dem Sänger einſt das fett'ſte
Stück vom Opfertier, den Ziemer
Und den Bug, zum Lohn verehrten;
Und ich weiß, des Herrn Schulmeiſters
Küch' iſt nicht ſo reich beſtellet,


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