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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_sw1/0158
Das Konzert im Gartenpavillon. 91

Margareta ließ die Männer
Jetzt allein, ſie ahnte, daß es
Etwas lärmend zugehn werde.
An der Schwelle reichte dankend
Dem Trompeter ſie die Rechte;
's wäre möglich, daß der Handdruck
Etwas inhaltsvoll geweſen,
Doch es fehlt an ſichrer Kunde:
Galt er nur dem Künſtler oder
Auch dem jungen Mann als ſolchem?

Becher ſchäumten, Gläſer klangen,
Es begann ein ſcharfes Trinken,
Und das Lied verſchweigt das Ende.
Schweigt von manchem ſpäten Heimweg,
Schweigt auch von dem jähen Tode,
Den in ſelber Nacht des Lehrers
Alter Hut im Rhein erlitt.

Doch um Mitternacht, als längſt der
Leltzte Gaſt nach Haus geſchritten,
Flüſtern leiſe die Kaſtanien.
Spricht die ein': „O Wandgemälde!“
Spricht die andere: „O Klingklang!“
Spricht die ein': „Ich ſeh' die Zukunft,
Seh' zwei unbarmherz'ge Männer,
Seh' zwei große Anſtreichpinſel,
Seh' voll weißer Farb' den Kübel,
Und ſie decken ſchweigend eine
Fahle mitleidsloſe Tünch' auf
Götter, Helden, Fludribus.
Andre Zeiten — andre Bilder.“
Spricht die andr': „Ich hör' die Zukunft;
Höre aus denſelben Räumen
Des vierſtimm'gen Männerſanges
Rührend ſchlichte deutſche Weiſe
Auf zu unſern Wipfeln ſchallen.
Andre Zeiten — andre Lieder.“
Sprechen beide: „Doch die Liebe
üÜberdauert alle Zeiten!“


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