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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_sw1/0159
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Neuntes Stück.

Neuntes Stück.
Lehren und Lernen.

Wind und Stromeswelle hatten
Claudio von Monteverdes
Tongebilde kaum verſchlungen:
Da erhub ſich in der Waloſtadt
Schon kein anderes Gered' mehr
Als von dieſer Muſica.
Aber nicht von Geiſt und Weſen
Der verklungnen Melodieen,
Nicht von ihrem ſüßen Nachhall

In den Tiefen der Gemüter

Sprachen ſie; es ward geſtritten,
Wem der Freiherr bei dem Schluſſe
Allzuerſt den Dank geſpendet,
Wem der Abt die ſchönſten Worte
Für die Leiſtung ausgeſprochen,
Und was dann aus Küch' und Keller
Schließlich aufgetragen ward. —
Wie's im Schweif der toten Eidechs
Spät noch krampfhaft zuckt und zittert,

Wenn das Leben ſchon entflohn iſt,

So lebt der vergangnen Großtat
Spur noch in der Mitwelt Klatſch.

Doch profaner Flachheit ferne,
Wandelt Margareta einſam
In der Früh des andern Morgens
Zu der grünen Geißblattlaube,
Von den Tönen dort zu träumen
Und vorab von Werzners Solo,
Das ihr noch die Seel' durchſchüttert
Wie ein leiſes Liebeswort.
Was erblickt ſie? In der Laube
Auf dem braunen Rindentiſche
Lag ja die Trompete ſelber.


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