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Lehren und Lernen. 93

Gleich dem Zauberhorn des Hüon
Wunderſam Geheimnis bergend,
Stumm — und doch ſo redemächtig,
Sternhell glänzend lag ſie da. G

Margareta ſtand betroffen
An der Laub' verranktem Eingang:
„War er hier? und wohin ging er?
Warum läßt er die Trompete
So unachtſam preisgegeben?
Könnt' ein Wurn ſich drein verkriechen,
Könnt' ein Dieb ſie weiter tragen;
Ob ich wohl ins Schloß ſie bringe
Zu fürſorglicherm Verwahren?
Nein, ich geh' und laß ſie liegen;
Sollte ſchon gegangen ſein.“

— Und doch ging ſie nicht, — ihr Auge
Blieb an der Trompete haften
Wie der Maifiſch an der Angel.
„Möcht' doch wiſſen,“ dacht' ſie wieder,
„Ob auch ich mit meinem Hauche
Einen Ton könnt' drin erwecken,
Wiſſen möcht' ich's gar zu gern.
Niemand ſieht, was ich beginne,
Rings umher kein lebend Weſen,
Nur der Kater Hiddigeigei
Leckt den Morgentau vom Buchſe,
Nur das Käfervolk im Sande
Treibt ſein angeboren Wühlen,
Und die Raupen an der Laube
Kriechen ihren leiſen Gang.“

Alſo tritt ſie ein, die Jungfrau,
Schüchtern nimmt ſie die Trompete,
Preßt ſie an die Roſenlippe,
Aber ſchier wie Schreck durchzuckt ſie's,
Da ihr Hauch im goldnen Tonkelch
Sich in lauten Schall verwandelt,
Den die Lüfte weiter tragen,


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