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Der Hauenſteiner Rummel. 121
Ohrzerreißendes Miauen.
An dem Erkerturm vernahm den
Zeterſchrei der treue Anton,
Und er ſchaute unwillkürlich
Nach der Richtung: „Heilger Himmel,
Feind' im Garten!“ — ſein Signalſchuß
Rief des Schloſſes andre Hüter.
Werner kam, mit Blitzesſchnelle
Ordnet er die wen'gen Mannen;
„Hierher du — dort du — und feuert
Nicht zu früh!“ hoch wogt das Herz ihm:
„Hei, mein Degen, halt dich brav!“
Untief war ums Schloß der Graben,
Schier vertrocknet, aus dem Schilf jetzt
Wuchs es auf wie Spieß und Schwerter.
Trotzige Geſtalten klettern
Am verwitterten Geſtein auf, .
Büchſen knattern, Bolzen ziſchen,
Axthieb dröhnt an alte Pforte, L
Angriff rings, Getös und Schlachtſchrei:
„Herrenſchloß, bald biſt du unſer!“
Zwiſchen durch manch dumpfer Fall in
Waſſergraben, — blut'ge Wellen.
Hell am Tor klingt Werners Stimme:
„Bravo ſo, Anton! — jetzt aufs Korn nimm
Links den Burſchen dort, den ſchwarzen,
Dieſen rechts beſorg' ich ſ. lbſt.
Feſt und drauf! — ſchon weicht der Haufe 3“
Abgeſchlagen war der erſte
Angriff, blut'gen Kopfes zogen
Sich die Stürmer rückwärts in den
Schutz der mächtigen Kaſtanien.
Höhniſch ſchallt's zum Schloß hinauf:
„Schlechte Ritter, ſchlechte Knechte,
Sitzen hinter feſten Mauern,
Kommt zum ehrlichen Gefechte,
Wenn ihr Mut habt!“ — „Tod und Teufel!
Zugbrück' nieder!“ herrſchte Werner.
„Fällt die Wehre! Vorwärts! — Höhnen?!
In den Rhein jetzt mit den Hunden!“
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