Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_sw1/0199
13²

Zwölftes Stück.

Aug' zu mir emporgehoben,
Habt auch etwas muſiziert;
Iſt's in Eurer Heimat Brauch, daß
Man ſich ſonder Worte in der
Frauen Herz hineintrompetet?“

„Margareta, ſüßes Leben,“
Sprach jung Werner, „konnt' ich reden?
Wie ein Heil'genbild erſchient Ihr
Mir im weißen Feſtgewande
Am Sankt Fridolinitag;
Euer Blick hat mich in Eures
Edlen Vaters Dienſt geführt,
Eure Huld, ſie war die Sonne,
Die mir durch mein Leben ſtrahlte
Ach, — Ihr habt mir einſt am See drauß'
Einen Kranz aufs Haupt geſetzt:
's war der Liebe Dornenkrone.
Schweigend hab' ich ſie getragen.
Durft' ich reden? durft' des armen
Heimatloſen Spielmanns Sehnen
Keck vor Margareta treten?
Wie den Engel, der dem Menſchen
Schirmend zu der Seite ſteht,
Wollt' ich Euch verehren, wollte
Dankend hier in Eurem Dienſte
Sterben im Kaſtanienſchatten.
Doch Ihr wolltet's nicht, Ihr habt auch
Hier das Leben mir bewahrt,
Schenkt mir's zwiefach, ſchenkt geſchmückt mit
Eurer Liebe mir es wieder.
Nehmt mich denn! ſeit Euer Kuß mir
Auf den Lippen brannte, leb' ich
Nur durch Euch, bin Euer eigen,
Margareta, — ewig dein!“

„Dein, ja dein!“ ſprach Margareta.
„Wie baut doch das Wort den Menſchen
Dumme Schranken! Euer eigen,
Wie das kalt und fei'rlich klinget.


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_sw1/0199