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Die Werbung. L 13⁵
Und du biſt kein Kohlenbrenner!
Komm nach Haus an grünen Neckar,
Komm zu mir zum großen Faſſe,
's birgt noch Stoffs genug, du magſt drin
Löſchen deiner Liebe Glut!“
Wied'rum war es ihm, als wär' er
In die Türkenſchlacht geritten:
Allah ruft's, die Säbel ſauſen,
Einen Paſcha haut er von dem
Schimmel, und er bringt den Halbmond
Vor den Feldherrn, Prinz Eugen;
Dieſer klopft ihm auf die Schulter:
„Brav, mein kaiſerlicher Hauptmann!“
Jetzt vom Schlachtfeld flog ſein Sinnen
Rückwärts in der Kindheit Tage,
Und im Garten ſang die Amme:
„Eichhorn klettert übern Schlehdorn,
Eichhorn will zum Wipfel ſteigen,
Eichhorn fällt ins Gras herab.
Wär' es nicht ſo hoch geſtiegen,
Wär' es nicht ſo tief gefallen,
Bräch's ſein Füßlein nicht entzwei.“
Alſo ſchlaflos ſaß jung Werner.
Endlich ſprang er von dem Lager
Und durchmaß mit großen Schritten
Seine Stub', doch dräuend ſchwer ſtand
Stets vor ihm die gleiche Frage: L
„Werb' ich um das Kind des Freiherrn?“
's war ihm ſchier, als ſei die Lieb' ein
Unrecht Gut, als ſollt' er eiligſt
Wie ein Dieb vor Tagesgrauen
Reißaus nehmen, — aber jetzo
Hob in alter Jugendſchöne
Sich die Sonne aus der lichten
Dämmerung des frühen Morgens.
„Schäme dich, verzagtes Herze,
Ja, ich werbe!“ rief jung Werner.
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