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Vierzehntes Stück.

IV

Willſt die Welt du klar erſchauen,
Schaue erſt, was vor dir liegt,
Wie aus Stoffen und aus Kräften
Sich ein Bau zuſammenfügt.

Laß die Starrheit des Gewordnen
Künden, was belebend treibt;
In dem Wechſel der Erſcheinung
Ahne das, was ewig bleibt.

Aus dem Dünkel eignen Meinens
Nie entkeimt die friſche Saat,
Im Nachdenken nur erſchwingt ſich
Menſchengeiſt zur Schöpfertat.

V

Die Blicke ſcharf wie der junge Aar,

Das Herz von Hoffnung umflogen,
So bin ich dereinſt mit reiſiger Schar
In den Kampf der Geiſter gezogen.

Die Fahne hoch, gradaus den Speer —
Da wichen der Feinde Reihen;
O Reiterſpaß, dem fliehenden Heer
Die breiten Rücken zu bläuen!

Doch kamen auch wir an jenes End',
Zu wiſſen, daß nichts wir wiſſen!
— Da hab' ich langſam mein Roß gewend't
Und mich des Schweigens befliſſen.

Zu ſtolz zum Glauben — bin ich gemach
In die Felskluft niedergeſtiegen;
Die Welt da draußen iſt oberflach,
Der Kern muß tiefer liegen.

Nun freut mich mein alt Gewaffen nicht mehr,
Verſpinnwebt liegt's in der Ecken;

Doch ſoll drum kein hochweiſer Herr

Als wehrloſen Mann mich necken:


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