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Vierzehntes Stück.

— O Lieb', wie biſt du bitter,

O Lieb', wie biſt du ſüß!

Ach, nun ſind es ſchon zwei Tage,
Daß ich ihn zuerſt geküßt,
Und ſeit jener böſen Stunde

Alles wie verzaubert iſt.

Meine Stube, drin ſo zierlich
Und ſo nett ich einſt gehauſt,
Steht in wirrem Durcheinander,
Daß mir vor mir ſelber grauſt.

Meine Roſen, meine Nelken

Schauen welk und traurig drein,
Ach, ich glaub', ich goß ſeit geſtern
Statt mit Waſſer ſie mit Wein.

Meine gute weiße Taube L
Hat kein Futter, hat kein Brot,
Und der brave Diſtelfink liegt

In dem Käfig ſchon halbtot.

Und mit blau und roter Wolle
Iſt am weißen Netz geſtrickt, .
Und mit weißem Garn iſt in die
Bunte Stickerei geſtickt.
Und wo ſind die ſchönen Bücher,
Parcival und Theuerdank?
Glaub' beinah', ich warf die guten
Sänger in den Küchenſchrank.

Und die Küchenteller ſtehen
Auf dem ſchmucken Bücherpult,
— Ach, an all dem großen Unglück

Iſt die Lieb', die Liebe ſchuld!

Jetzt iſt er hinaus in die weite Welt,

Hat keinen Abſchied genommen,
Du friſcher Spielmann i in Wald und Feld,


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