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Vierzehntes Stück.
Jetzt liegt er halb verſunken
Trotzig im grünen Meer.
Die weißen Möven flattern
Schrill kreiſchend um ihn her.
Auf dunkeln Waſſerpfaden
Tanzt ſpielend leicht ein Schiff,
Es klingt ein fremdes Singen
Heran zum Felſenriff:
„O wenn ich doch am Rheine
Bei meiner Liebſten wär',
O Heimat, alte Heimat,
Wie machſt das Herz du ſchwer!“
III.
Die Sommernacht hat mir's angetan,
Das iſt ein ſchweigſames Reiten,
Leuchtkäfer durchſchwirren den dunkeln Grund
Wie Träume, ddie einſt zu guter Stund'
Das ſehnende Herz mir erfreuten.
Die Sommernacht hat mir's angetan,
Das iſt ein ſchweigſames Reiten,
Die Sterne funkeln ſo fern und groß,
Sie ſpiegeln ſo hell ſich im Meeresſchoß,
Wie die Lieb' in der Tiefe der Zeiten.
Die Sommernacht hat mir's angetan,
Das iſt ein ſchweigſames Reiten,
Tie Nachtigall ſchlägt aus dem Myrtengeſträuch,
Sie ſchlägt ſo ſchmelzend, ſie ſchlägt ſo weich,
L Als ſäng' ſie verklungene Leiden.
Die Sommernacht hat mir's angetan,
Das iſt ein ſchweigſames Reiten,
Das Meer geht wild, das Meer geht hoch;
Was braucht's der verlorenen Tränen noch,
Die dem ſtillen Reiter entgleiten?
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