Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_sw1/0239
172

Fünfzehntes Stück.

Schon in meine ſtillen Tiefen
Rückſichtslos hinabgeſchleudert!
Wo mir ſonſt mit heil'gem Schilfe
Einen Pfühl für die Sieſta
Meine Nymphen hergerichtet,
Allda liegt nur Schutt und Trümmer:
Römerhelme, Gallierſchwerter,
Alt⸗Etruriſch Prachtgeräte
Und die ſchönen Marmorbilder,
Die vom Grabmal Hadriani
Einſt auf ſchwere Gotenſchädel
Niederkrachten, — ſamt den Knochen
Der Verteid'ger und der Stürmer,
Gleich als wär' mein Strombett eine
Welthiſtor'ſche Rumpelkammer.
O wie bin ich ſatt und müde;
Alte Welt, wann kommt das Ende?“

— Während ſo der biedre Tibris

Seinem Groll in mißzufriednem
Räſonieren ein'ge Luft macht',
Wogte oben buntes Leben,
Und im Feierkleide zog die
Menge nach dem Vatikan.
Kaum war auf der Engelsbrücke
Raum für alle; drängend kamen
Die Signori in dem ſpan'ſchen
Mantel mit Perück' und Degen,
Schwarze Franziskaner⸗Mönche
Mit den braunen Kapuzinern,
Röm'ſche Bürger, — da und dort ein
Sonnverbrannter wilder Hirte
Der Campagna, — mit antikem
Stolz die Lumpen umgeſchlagen, —
Und dazwiſchen, leichten Genges,
Wandelten die Töchter Romas
Schwarzverſchleiert, doch der Schleier

Hemmt nicht ihre kecken Blicke.

(O was iſt die Glut der Sonne,
Wär' ſie auch von kund'gem Meiſter


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_sw1/0239