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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_sw1/0246
Ein Wiederſehen in Rom. 179

Ihnen folgten der berühmten
Päpſtlichen Kapelle Sänger.
Schwere Notenbücher trugen
Die Chorknaben, mancher ſchleppte
Mühſam nur den Foliantband.
Drauf in bunter Reihe kamen
Violette Monſignori,
Kamen Abte und Prälaten
Und die Domherrn von Sankt Peter
Schweren Gangs — der fetten Pfründe
War das Außre auch entſprechend.
Zitternd an dem Stabe ging der
General der Kapuziner,
Eine Laſt von mehr als neunzig
Jahren ruhte auf den Schultern,
Doch im Haupte trug er noch manch
Jugendkühnen Plan verborgen,
Mit den Franziskanern aus dem
Kloſter Ara coeli kam der
Prior auch von Pallazzuola.
Am Albaner See, am ſchatt'gen
Waldabhang des Monte Cavo
Steht ſein Klöſterlein, es mag das
Herz dort ſtille Träume träumen;
In Gedanken ſchritt er ſelber,
Und, wer weiß warum, ſein Murmeln
Klang nicht wie Gebet, es klang wie:
„Fahre wohl, Amalia!“
Drauf, ein auserleſen Häuflein,
Kam die Schar der Kardinäle,
Weithin auf dem Marmorboden
Wallt' des Purpurkleides Schleppe.
„Herz, gedulde dich,“ ſo dacht' der
Kardinal von Ottoboni,
„Jetzt der zweiten einer, doch in
Veniger als ſieben Jahren
Sitz' ich ſelbſt auf Petri Stuhl.“
Dann ein Zug von Kavalieren,
Blank der Degen, militäriſch
Rückten ſie in Reih' und Glied an,
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