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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_sw1/0256
Löſung und Ende. 189

Dankerſchüttert kniete Werner,
Kniete Margareta vor dem
Heil'gen Vater; die Abtiſſin
Weinte, daß das Gras verwundert
Aufſah, ob's vom Himmel regne,
Und mit der Abtiſſin Tränen
Schließt gerührt auch die Geſchichte
Von dem jungen Spielmann Werner
Und der ſchönen Margareta.

Doch wer wandelt noch ſpätabends
Durch den Korſo, und wer ſchleicht ſich
In ein finſter Seitengäßlein?
's iſt der treue Kutſcher Anton.
Freude jubelt ihm im Herzen;
Und der Freude gibt er ihren
Richt'gen Ausdruck in dem Weinhaus,
In dem Weinhaus del Facchino.
Heute trinkt er nicht den leichten
Landwein aus der Fogliette,
Heute trinkt aus ſtrohumflochtner
Korbflaſch' er den Orvieto
Und den Monte Porzio.
Scheiben klirren, Scherben ſplittern,
Denn jedwede leere Flaſche
Wirft er würdig durch das Fenſter.
Indigniert zwar ob des Ols, das
Auf dem Wein ſchwimmt wie Kometen
In dem Luftraum, doch begeiſtert
Trinkt — und trinkt — und trinkt der Treue.
Nur in einer Pauſe, während
Ihm der Wirt die ſechſte Flaſche
Aus dem Keller holet, ſpricht er:
„Freu dich, altes Kutſcherherze,
Bald darfſt du die Rößlein ſchirren,
Balde darfſt du heimkutſchieren.
Von dem Standpunkt eines Kutſchers
Iſt dies Welſchland eine traurig
Tief zurückgebliebne Gegend.


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