Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,mi-7/10
Scheffel, Joseph Victor von; Franke, Johannes [Hrsg.]
Joseph Victor von Scheffels sämtliche Werke: mit acht Kunstbeil. nach Gemälden von E. Grützner, A. Liezen-Mayer, Anton von Werner u.a., einer Kt. u. drei Handschriften (Bd. 10: Aufsätze aus verschiedenen Gebieten)
[1916]
Seite: 7
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_sw10/0007
I. Journaliſtiſch⸗-Politiſches aus den
„Vaterländiſchen Blättern für Baden“ 1849.

1. Zur Kaiſerwahl und zum Kampf um die Reichs⸗
verfaſſung.

(Aus Nr. 46:) In Frankfurt iſt man endlich daran, das Ver⸗
faſſungswerk mit einem Schlage zu beendigen. Am 20. oder 21. d.
ſoll der Antrag Welckers zur Abſtimmung kommen, und wahrſchein⸗
lich wird er angenommen werden. Es iſt aber auch hohe Zeit, wenn
wir nicht in die alte Bundestagspolitik zurückfallen und die Metter⸗
nichſche Wirtſchaft noch einmal durchmachen ſollen. Wenn das Par⸗
lament diesmal die Dinge nicht zu Ende bringt, und ſich noch ein⸗
mal von Schwarzen, Roten und Schwarzgelben übertölpeln läßt,
dann kann es einpacken und die Verfaſſung wird dann von Olmütz
aus fertig gemacht werden.

(Aus Nr. 50:) Die wichtigſte Neuigkeit des Tages iſt diejenige,
die uns von Frankfurt gebracht wird. Die Nationalverſammlung
hat am 21. den Antrag des Verfaſſungsausſchuſſes, d. h. den Antrag
Welckers, raſch in einer Abſtimmung das Verfaſſungswerk anzu⸗
nehmen und Preußen erblich die Kaiſerwürde zu übertragen — mit
283 gegen 252 Stimmen verworfen. Eine unnatürliche Verbin⸗
dung von viertels, halben und ganzen Republikanern, von Bayern
und andern Sonderbündlern, von OÖſterreichern, Abſolutiſten und Ul⸗
tramontanen hat dies betrübende Ergebnis hervorgebracht. Weil
die einen entweder ihre Narrheit, an der Spitze von Deutſchland
einen republikaniſchen Präſidenten zu ſehen, oder ihre Hoffnung auf
neuen Krawall nicht aufgeben wollten, die andern, wie früher beim
Zollverein, die törichte Furcht, „preußiſch zu werden“, nicht los
werden konnten; die dritten ihre Winkelſouveränität nicht preis⸗
geben möchten, die vierten von ihrer Regierung eigens dazu herge⸗
ſchickt und angewieſen ſind, das deutſche Verfaſſungswerk zu ſtören,
die fünften mit Vergnügen das Parlament allmählich verweſen und
die alte Bundestagswirtſchaft wieder kommen ſehen, die ſechſten end⸗
lich aus religiöſem Fanatismus und Beſchränktheit lieber Deutſch⸗


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