Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,mi-7/10
Scheffel, Joseph Victor von; Franke, Johannes [Hrsg.]
Joseph Victor von Scheffels sämtliche Werke: mit acht Kunstbeil. nach Gemälden von E. Grützner, A. Liezen-Mayer, Anton von Werner u.a., einer Kt. u. drei Handschriften (Bd. 10: Aufsätze aus verschiedenen Gebieten)
[1916]
Seite: 35
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I. Journaliſtiſch⸗Politiſches uſw. 35

nicht zu demſelben glücklichen Ziele führen, wie in Württemberg,
ſollten ſich die Regierungen jener Staaten zu einem gewaltſamen
Angriff auf die Nationalverſammlung vereinigen, ſo iſt es Pflicht
und Ehrenſache für alle diejenigen Regierungen, welche die un⸗
klauſulierte Anerkennung der Reichsverfaſſung ausgeſprochen, die
Nationalverſammlung tatſächlich zu ſchützen. Für Baden kann alſo
leicht der Fall eintreten, ſeine Truppen für's Reich nach Frank⸗
furt zu ſenden, und die moraliſche Wirkung eines ſolchen Entſchluſſes
wird in Deutſchland eine mächtige ſein, er wird auch in den Staa⸗
ten, wo die Reichsverfaſſung noch nicht anerkannt iſt, einen neuen
Schwung in die Gemüter bringen und ſie zu neuer Erhebung kräfti⸗
gen; er wird bei den bis jetzt widerſtrebenden Regierungen, als Be⸗
weis von Energie für die deutſche Sache, viele der böſen Gedanken
im Keim erſticken. Wo auf der einen Seite die Sympathien vom
ganzen deutſchen Volk, das ſich auch in den verſchiedenſten Parteien
für die Reichsverfaſſung geeinigt hat, wo das formelle und materielle
Recht und wo die freiſinnigeren deutſchen Regierungen ſtehen, wo
auf der andern Seite nur vormärzlicher Spuk entgegentritt, da kann
die Entſcheidung nicht zweifelhaft ſein. Wo die Nation iſt, da iſt
auch der Sieg!

(Aus Nr. 77 ) — Die Erhebung des Volks für die Reichsverfaſ⸗
ſung nimmt in allen Teilen von Deutſchland den erfreulichſten Fort⸗
gang; es wird ſich bald herausſtellen, daß in den deutſchen König⸗
reichen außer ein paar ſtarrſinnigen törichten Miniſtern und dem
übelberatenen Staatsoberhaupte kein Menſch die Proteſtation gegen
die Reichsverfaſſung teilt.
— In Bayern iſt alles auf den Beinen, um dem Miniſterium
Pfordten, das erklärt hat, es in dieſer Sache auf Kopf und Kragen
ankommen zu laſſen, ſeine Torheit zu demonſtrieren; Volksverſamm⸗
lung folgt auf Volksverſammlung und auf denſelben wird ziemlich
deutlich Fraktur geſprochen. So hat der Volksverein zu Dürkheim
in einer Adreſſe nach München ausgeſprochen, daß die Pfalz die
ſofortige Anerkennung und Durchſetzung der Reichsverfaſſung von
der bayriſchen Regierung verlange und daß ſie vor allem deutſch
ſein wolle, ſei es nun mit oder ohne Bayern.
Noch entſchiedener lautet die von der Volksverſammlung zu Speier
beſchloſſene Adreſſe, die alſo ſchließt: „Beharrt Bayern auf ſeiner
zuletzt gegebenen Erklärung, ſo bleibt der Pfalz nur die Wahl, mit
Bayern von dem übrigen Deutſchland oder aber von Bay⸗
3 *


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