Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,mi-7/10
Scheffel, Joseph Victor von; Franke, Johannes [Hrsg.]
Joseph Victor von Scheffels sämtliche Werke: mit acht Kunstbeil. nach Gemälden von E. Grützner, A. Liezen-Mayer, Anton von Werner u.a., einer Kt. u. drei Handschriften (Bd. 10: Aufsätze aus verschiedenen Gebieten)
[1916]
Seite: 50
(PDF, 47 MB)
Bibliographische Information
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Freiburg und der Oberrhein

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_sw10/0050
50 Aufſätze aus verſchiedenen Gebieten.

Geblieben iſt dabei der Major Müller vom 3. Infanterieregiment;
11 Offiziere ſind zum Teil ſchwer verwundet; der Verluſt an Unter⸗
offizieren und Soldaten iſt noch nicht bekannt.
Die genommene däniſche Fregatte „Gefion“ liegt an der Eckern⸗
förder Brücke, und man iſt auf das eifrigſte damit beſchäftigt, ſie
wieder inſtand zu ſetzen. Im Eckernförder Hafen haben ſich wieder
ein paar Kriegsſchiffe blicken laſſen.
Bei dem Dorf Bülk, nicht weit von Kiel, ſind 2000 Mann Dänen
in Booten gelandet, ſie beabſichtigten, Eckernförde im Rücken anzu⸗
greifen und, unterſtützt durch einen gleichzeitigen Angriff ihrer Kriegs⸗
ſchiffe, die „Gefion“ wieder zu nehmen. Da ſie aber auf die 4000
Mann ſtarken, bei Gottorp im Quartier liegenden Sachſen ſtießen,
ſo ward vorderhand nichts aus dieſem fein geſponnenen Plänlein; ſie
mußten wieder abziehen und werden nach wie vor das Vergnügen
genießen, vom Maſte ihrer ſchönen Fregatte das deutſche Kriegs⸗
banner wehen zu ſehen.
Die ſchleswig⸗holſteiniſchen Truppen ſind nach einem ziemlich hitzi⸗
gen Gefecht, worin ſie mehrere Tote gehabt, wieder bis jenſeits
Gravenſtein vorgerückt.

(Aus Nr. 61:) In Schleswig iſt zu Lande noch kein entſchei⸗
dender Schlag geſchehen, und ehe die Dänen nicht von der Inſel
Alſen, auf die ſie ſich, wie der Fuchs in ſeinem Bau, nach jedem
böſen Streich zurückziehen, hinausgetrieben ſind, oder ehe die Reichs⸗
truppen ſoweit verſtärkt ſind, daß man an eine Beſetzung Jütlands
denken kann, wird auch keine Entſcheidung für den Krieg eintreten.
Bei dem ruhmreichen, aber erfolgloſen Gefecht in Sundevittſchen,
bei Ulderup, von welchem wir geſtern berichteten, ſind neben den
Hannoveranern auch unſere badiſchen Soldaten ins Feuer gekommen
und haben mit ausgezeichneter Tapferkeit gefochten; allein bei der
wenigſtens dreifachen übermacht der Dänen über die im ganzen nur
4000 Mann ſtarken deutſchen Truppen war leider kein der Tapfer⸗
keit entſprechendes Reſultat zu erreichen.
In Flensburg ſind gegen 80 Verwundete, meiſtens hannover⸗
ſche Jäger und Badener angekommen. Die badiſchen Soldaten Wil⸗
helm Meier von Freiburg und Ignaz Klumpp ſtarben den ehren⸗
vollen Tod für die deutſche Sache.
Bei Eckernförde ragt das rauchende Geripp des ſtolzen Linien⸗
ſchiffes „Chriſtian VIII.“ noch über die Waſſerfläche hervor. Die
Balken waren bis weit an den Strand hingeſchleudert; auch viele


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_sw10/0050