Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,mi-7/10
Scheffel, Joseph Victor von; Franke, Johannes [Hrsg.]
Joseph Victor von Scheffels sämtliche Werke: mit acht Kunstbeil. nach Gemälden von E. Grützner, A. Liezen-Mayer, Anton von Werner u.a., einer Kt. u. drei Handschriften (Bd. 10: Aufsätze aus verschiedenen Gebieten)
[1916]
Seite: 96
(PDF, 47 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_sw10/0096
96 Aufſätze aus verſchiedenen Gebieten.

Durch das Vertrauen des Großherzogs Friedrich im Jahre 1862
an die neu aufblühende Kunſtſchule zu Karlsruhe berufen, ſetzte er
als Profeſſor der Hiſtorienmalerei neben dem Landſchafter Schirmer
ſeine Tätigkeit fort. In München wurden die in ſtereochromiſcher
Manier für das Nationalmuſeum begonnenen Wandgemälde: „Kron⸗
prinz Ludwig von Bahyern in der Schlacht von Arcis“ und „Angriff
bayeriſcher Reiterei in der Schlacht von Brienne“, ſowie das Giebel⸗
gemälde am Athenäum: „Angriff der Bayern unter Kurfürſt Max
Emanuel auf die Türken zum Entſatz von Wien“ raſch vollendet.
Als Erinnerungen an die Befreiungskriege ſchuf er die „Epiſode
aus der Schlacht vor Leipzigs Toren“ und 1863/64 wieder in lebens⸗
großen Geſtalten, dem idealen Schwung jener Kriegszeit einen ge⸗
wiſſen Porträtausdruck verleihend, „Blüchers Übergang über den
Rhein bei Caub“ und „Blücher nach der Schlacht von La Rothioͤre
auf dem Marſch nach Paris“ — beide mehr durch großartige An⸗
lage, als maleriſch effektvolle Durchbildung bedeutend.
Zur allgemeinen Ausſtellung in Paris 1867, bei welcher Dietz die
Intereſſen der badiſchen Künſtlerſchaft perſönlich zu vertreten hatte,
ſandte er eine „Flucht einer amerikaniſchen Familie über den James
River“, welche in den Ausſtellungsberichten rühmlich erwähnt wurde.
Der Krieg von 1866 und die perſönliche Beteiligung ſeines Gön⸗
ners, des Herzogs von Koburg, veranlaßte eine „Epiſode aus der
Schlacht von Langenſalza“, die Neugeſtaltung der Militärverhältniſſe
des badiſchen Heimatlandes eine „Vorführung der badiſchen Divi⸗
ſion vor König Wilhelm von Preußen“, welche trotz ihrer Belebung
mit zahlreichen Porträtköpfen hauptſtädtiſcher Zeitgenoſſen durch teil⸗
weiſe lineare Anordnung und durch die Straffheit eines Parade⸗
bildes den unbefangenen künſtleriſchen Eindruck nicht recht aufkommen
läßt.
Mit größerem Glück betrat unſer Meiſter in den letzten Jahren
das freie Feld des ſoldatiſchen Humors. Zwei fein durchgeführte,
auch durch J. Alberts ſchöne photographiſche Vervielfältigung be⸗
kannte Staffeleibilder: „Luſtige Schlachten“ des vorigen Jahrhun⸗
derts, Begegnungen ſiegreicher deutſcher Reiter mit eleganter Damen⸗
halbwelt geſchlagener franzöſiſcher Heere, ſind voll heiterer Komik.
Es wurde davon für den Holzſchnitt die „Schlacht von Roßbach am
15. November 1757“ auserwählt, zu welcher Dietz ſelbſt erläuternd
bemerkt hat: „Die franzöſiſche Armee unter dem Prinzen Soubiſe,
der ſeinen Kommandoſtab bekanntlich weiblicher Intrige zu verdan⸗
ken hatte, kam mit einem maſſenhaften Troß nach Deutſchland. Die


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