Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,mi-7/10
Scheffel, Joseph Victor von; Franke, Johannes [Hrsg.]
Joseph Victor von Scheffels sämtliche Werke: mit acht Kunstbeil. nach Gemälden von E. Grützner, A. Liezen-Mayer, Anton von Werner u.a., einer Kt. u. drei Handschriften (Bd. 10: Aufsätze aus verschiedenen Gebieten)
[1916]
Seite: 126
(PDF, 47 MB)
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  (z. B.: IV, 145, xii)



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126 Aufſätze aus verſchiedenen Gebieten.

Akademie der Künſte bildeten. Die Abſicht, „durch das Ringen nach
größtmöglicher Anſchaulichkeit und Klarheit feſſeln zu wollen“, iſt
erreicht. Schilderungen wie Moſes und der Hebräerzug, Pythagoras,
Alexander und ſein Eroberungszug nach Aſien, Hannibal und die
Karthagerzüge im Abendland, leſen ſich wie ein in Proſa zuſammen⸗
gepreßtes Epos; vom Boden der klaſſiſchen Landſchaft heben ſich die
bedeutendſten Geſtalten vorchriſtlichen Altertums in markig feſten
Umriſſen als Staffage ab und kämpfen ihre Kämpfe; altehrwürdige
Städtematronen, Jeruſalem und Rom, erzählen von einſtiger Schön⸗
heit und ihren im Trümmerſchutt begrabenen Kleinodien; ſchließ⸗
lich gibt der in den Untersberg entrückte Karl der Große Anlaß zu
Streifbeleuchtungen deutſcher Götterſagen und Teufelslegenden. Die
„Hiſtoriſchen Landſchaften“ werden ſich behaupten in der großen
Sündflut der Bücherwelt und dasjenige von Julius Brauns Werken
ſein, welches populär wird, geeignet, den jugendlichen Studierenden, wie
den reifen Künſtler und Gelehrten als Weihnachtsgabe zu erfreuen.
Seine letzten zwei Jahre waren einer neuen großen Aufgabe ge⸗
widmet. Schon als er zu Damaskus den Pomp eines Mekkapilger⸗
zuges ſich entfalten ſah, als hoch auf heiligem Dromedar das grün⸗
ſammetne Zelt Machmil und die kriegeriſche Fahne Sandſchak vor⸗
überrauſchten, hatten ihn die allen politiſchen Wechſel überdauernden
Pilgerſtraßen des Iſlam mit ihrer gegenwärtigen Lebensbewegung
intereſſiert.
Er dachte nicht gering von dieſer immer noch machtvollen Religion,
deren Gebiet mit einem Inhalt von mehr denn hundert Millionen
Menſchen von China bis Timbuktu, vom indiſchen Archipel bis
Marokko reicht, und hielt die Frage von der Zukunft des türkiſchen
Reiches nicht für identiſch mit der von der Zukunft des Iſlam.
Seine Studien und Anſichten faßte der, wie von unſichtbaren Ge⸗
walten zu immer neuer Arbeit Getriebene in einem umfangreichen
„Gemälde der mohammedaniſchen Welt“ zuſammen und erlebte noch
die Autorfreude, es vollendet zu ſehen und die erſten Korrekturbogen
zu prüfen. In wenigen Wochen wird der vollendete Druck in die
Offentlichkeit gehen, ein neues Zeugnis von der Vielſeitigkeit und
dem auf großem Ziele gerichteten Streben ſeines Verfaſſers.
Schon im erſten Abſchnitt „Mekka und Mohammed“ wird der
Nachweis überraſchen, daß das Zentralheiligtum der mohammedani⸗
ſchen Welt, die Kaaba, ein alter Kronos⸗ oder Saturntempel, der
ſchwarze Stein der Kaaba ein Götterbild dieſes Saturntempels,
und daß die von Mohammed wiederhergeſtellte Religion des an⸗


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