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III. Lokalgeſchichtliches.
1. Alt⸗ und Neu⸗Karlsruhe.
1. Beſchreibung und Geſchichte der Landſchaft. Kloſter Gottesau.
Wer den um ſeiner Ausſicht willen früher oft, am 9. April 1777
auch vom Kaiſer Joſeph II. beſtiegenen ſog. Bleiturm des Reſidenz⸗
ſchloſſes beſteigt, überſchaut ein gutes Stück des breiten Rheintals,
das ſich von Baſel gegen den Main hinabzieht. Weſtwärts in Ent⸗
fernung von anderthalb Stunden erglänzen als Silberſtreif die
Stromwindungen des Rhein, an deren ſüdweſtlichem Rande bei
hellem Wetter das Münſter zu Straßburg ſichtbar wird; jenſeits des
Rheintals erheben ſich blau und duftig die Kette des überrheiniſchen
Hardtgebirges und ferne Gipfel des Wasgau. Diesſeits im Oſten
zeigt ſich in beſcheidener Geſtalt langgezogener flacher Rücken, nicht
mehr eine Höhe von 270 m erreichend, ein Berggelände mit ſeinem
weithin ſichtbaren Wahrzeichen, dem römiſchen Wartturm des Turm⸗
berges 249 m 6, nach Südoſten ſchließen mehrere Ausläufer des
untern Schwarzwaldes, der Eichelberg 534 m 3, des Murgtals tan⸗
nenbeſäumte Sandſteinhochflächen (Völkersbach 412 m 5, Moosbrunn
449 m) und die kegelförmigen Spitzen der Badener Porphyrberge
(Mercurius 672 m) die weite Rundſchau. Zwiſchen Rhein und dies⸗
ſeitigem Gebirge, von der Murg bis zu des Bruhrhein verwandtem
Gebiet ſtreckt ſich die große ſandige Hardtebene, nach dem moorigen
Tiefland und Torfland der Rheinniederungen durch ein altes Hoch⸗
ufer oder Hochgeſtade begrenzt, welches ſich als ein großer Rain mit
Buchten und Vorſprüngen bis abwärts in die Gegend von Graben,
das ſeinen Namen von der durch Menſchenhand geregelten Mündung
der Pfinz führt, und Philippsburg hinzieht. Zwei dem Rhein entgegen
ſich bewegende nicht ſchiffbare Flüßlein, Alb und Pfinz, und etliche
Gräben durchſchneiden kaum bemerkt die an laufendem Waſſer nicht
reiche Gegend. Ehedem ununterbrochen von Raſtatt bis gegen Bruch⸗
ſal und Waghäuſel ſich dehnend, jetzt von ſtädtiſchen und bäuer⸗
lichen Kulturbedürfniſſen vielfach angerodet, bedeckt dieſen ſandkieſi⸗
gen Boden immer noch ſtundenlang der große Hardtwald, vor
Scheffel. X. 9
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