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III. Lokalgeſchichtliches. ” 135
Zülpich 496 ſiegreich mit ihnen um die Oberherrſchaft gerungen.
König Chlodwig, Gründer der fränkiſchen Monarchie, unterwarf bei⸗
nahe das ganze alemanniſche Volk und ſchlug die alemanniſche Land⸗
ſchaft bis an die Murg und (wohl wegen des Badeortes Baden) bis
zur Oosbach zu ſeinem unmittelbaren Reichsgebiet. Durch die Fran⸗
ken wurde im Rheintal das Chriſtentum wiederhergeſtellt und die
Gauverfaſſung eingeführt; es entſtanden die Biſchoftümer von Straß⸗
burg und Speyer, wie die Stifte zu Weißenburg, Selz, Hirſchau
und Lorſch; kirchlich zog man unſere Landſchaft zum ſpeyeriſchen
Sprengel, politiſch und militäriſch bildete ſie den großen Ufgau,
welcher die Unterabteilungen des Oos⸗, Alb⸗ und Pfinzgaues in ſich
begriff*). Man hat die hier herrſchende deutſche Mundart nicht
mit Unrecht als „Rheinſchwäbiſch“ bezeichnet, der Miſchung der Be⸗
völkerung aus fränkiſchen und alemanniſch⸗ſueviſchen Elementen ent⸗
ſprechend. Dieſer Ufgau war das rheinfränkiſche Grenzland gegen
die Alemannen der Ortenau, welche zum Herzogtum Schwaben ge⸗
hörte und mit den benachbarten Gauen der Würm, Enz, Elſenz und
Kraich wegen dieſer wichtigen Lage den mächtigen Grafen von Kalw
anvertraut. Nachdem die Gaugrafſchaften Erblande gräflicher Dy⸗
naſtien geworden, teilt ſich die Kalwſche Familie in mehrere Äſte,
namentlich in den von Eberſtein diesſeits und in die von Vaihingen
und Laufen jenſeits des Gebirges. Die Eberſteiner beſtunden vor⸗
übergehend wieder in mehreren Zweigen, welche ſich von den Burg⸗
ſitzen Stauffenberg, Malſch, Forchheim, Grötzingen und Hohenberg
benannten. In der Thermenſtadt an der Oosbach, bei dem Römer⸗
turm am Badhard, erbauten die ufgauiſchen Grafen eine Feſte,
welche im 11. Jahrhundert die Wiege einer neuen Dynaſtie ward —
des badiſchen Fürſtengeſchlechtes.
Albrecht von Kalw nämlich, um 1045 Graf im Ufgau, ver⸗
mählte ſeine Tochter Juditha an Herrmann, den jüngeren Sohn
ſeines Nachbars Berthold von Zähringen, des Grafen in der Orten⸗
au, im Breisgau und Thurgau, wodurch dann die Kalwſche Herr⸗
ſchaft Baden an der Oos als mütterliches Erbe an den Erſtgeborenen
dieſer Ehe, an Herrmann II. (1074—1130) gedieh, deſſen Nachkom⸗
men auf der dortigen Burg ihren Wohnſitz erkoren. Wiederholt mit
*) In provincia scilicet quae dicitur Teutonica Francia, in
episcopatu Spirensi, in pago Albigowa, in comĩtatu Vorchheim,
in silva quae dicitur Lushard, iuxta fluvium qui dicitur Alba.
alſo beſtimmt der Stiftungsbrief von loſter Gottesau im Jahr 1110 deſſen
geographiſche Lage.
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