Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,mi-7/10
Scheffel, Joseph Victor von; Franke, Johannes [Hrsg.]
Joseph Victor von Scheffels sämtliche Werke: mit acht Kunstbeil. nach Gemälden von E. Grützner, A. Liezen-Mayer, Anton von Werner u.a., einer Kt. u. drei Handschriften (Bd. 10: Aufsätze aus verschiedenen Gebieten)
[1916]
Seite: 136
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136 Aufſätze aus verſchiedenen Gebieten.

der Markgrafſchaft Verona belehnt und berechtigt, deren Wappen
und den Titel Markgrafen von Verona zu führen, zogen ſie, da ſie
niemals dauernd in den Beſitz dieſer Mark gelangten, es vor, ihren
Titel mit ihren wirklichen Beſitzungen zu verbinden und nannten
ſich Markgrafen von Hochberg, ſowie, ſeit Erwerbung der Badener
Burg, Markgrafen von Baden. Sie vergrößerten ſich neben den
Grafen von Eberſtein, zum Teil auf Koſten derſelben, im Uf⸗ und
Pfinzgau und den benachbarten Gegenden ſo glücklich, daß ſie nach
kurzer Zeit als angeſehener Reichsſtand zwiſchen den Häuſern Oſter⸗
reich, Pfalz und Württemberg erſchienen. 1273 lag Markgraf Ru⸗
dolf I. von Baden in Fehde mit dem Kaiſer Rudolf von Habsburg,
welcher nach ſeiner Krönung zu Aachen von Elſaß aus einrückte und
„Mühlenberg, Grezzingen, Durlach und alles Swabenland, das den
Markgrafen war“ gewann.
Dem Anſehen und Gedeihen des Hauſes taten ihre Landes⸗
teilungen und ihre Trennung in eine katholiſche und proteſtantiſche
Linie ſeit 1553 großen Abbruch, bis nach dem Hingang des letzten
Sprößlings von Baden⸗Baden 1771 die geteilt geweſene Mark⸗
grafſchaft in der Hand Karl Friedrichs wieder vereinigt ward.
Rechnet man das Waſſergebiet der Pfinz noch zum urſprüng⸗
lichen Ufgau, ſo erſtreckt ſich derſelbe zwiſchen dem Rheinſtrom und
der Waſſerſcheide des Gebirges (bei Dobel und Göbrichen) von der
Murg und Oosbach bis hinab nach Weingarten und Graben. Ur⸗
kunden vom 8. bis ins 11. Jahrhundert kennen ſchon die meiſten
der jetzigen Orte, namentlich Baden (balneae in pago Auciacensi
ſeit 712), Rothenfels (Rotinvels), Malſch (Malske), Oetigheim (Ot⸗
tingheim, Bietigheim (Biutincheim), Durmersheim (Turmaresheim),
Bickesheim (Buginesheim), Mörſch (Möriske), Ettlingen (Ediningon,
ſeit 790), Forchheim (Vorechheim), Beiertheim (Burthan), Dax⸗
landen (Daheslat), Knielingen (Cnudelingen), Eggenſtein (Hekin⸗
ſtein, ſeit 773), Schröck (Srekeſtatin), Singen (Siginsheim), Berg⸗
hauſen (Barchuſen, ſeit 786), Wilferdingen (Vulviringen), und
Wöſſingen (Weſincheim). Dem Terrain, worauf Karlsruhe gegen⸗
wärtig ſich ausdehnt, zunächſt, lagen die Orte Rinthan und Burthan
mit dem Dagemareſtunc oder dem Waldſtück des Dagemar, welches
vom Abfluß und von der Riedburer Au begrenzt wurde und deſſen
überreſt noch jetzt das „Damerſtöckle“ heißt. Die Waldung zwiſchen
Knielingen, Daxlanden und Rintheim hieß der Lußhard, zwiſchen
Beiertheim, Riedbur und Durlach der Rizenhard, und zwiſchen ihnen
zog ſich ein Riedgelände bis an die Pfinz hinab. Das heutige Bau⸗


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