Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,mi-7/10
Scheffel, Joseph Victor von; Franke, Johannes [Hrsg.]
Joseph Victor von Scheffels sämtliche Werke: mit acht Kunstbeil. nach Gemälden von E. Grützner, A. Liezen-Mayer, Anton von Werner u.a., einer Kt. u. drei Handschriften (Bd. 10: Aufsätze aus verschiedenen Gebieten)
[1916]
Seite: 147
(PDF, 47 MB)
Bibliographische Information
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Freiburg und der Oberrhein

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_sw10/0147
HI. Lokalgeſchichtliches. 147

geſtammten Clemenz nach bedacht ſein, und die zur Aufnahme,
Zierde, Bequemlichkeit, Luſt und Nutzbarkeit des Orts Carols⸗Ruhe,
oder auch zu der Innwohner beſſern Vortheil dienende Vorſchläge von
einem jeden anhören und ſelbige ins Werk zu richten mit aller
Application helfen werden. Wie Sie dann mehrgedachte zu Carols⸗
Ruhe ſich künftig häußlich niederlaſſende Bürger ſammt deren Fa⸗
milien insgemein und jeden inſonderheit in dero beſondern Gnaden⸗
Schutz auffnehmen, und darin beſtändig zu erhalten, auch bei dieſen,
und künfftig mehr ertheilenden Privilegiis und Beneficiis kräfftigft
handhaben zu wollen, in gleichen wider alle beſchwerende Hinter⸗
niſſen, Anfecht⸗ und Bekränkungen durch dero Fürſtl. Macht und
Authorität zu beſchützen gnädigſt und verbindlich verſichern, es auch
dahin einzurichten keineswegs ermanglen, daß Ihnen bürgerlichen
Innwohnern zu Carols⸗Ruhe von Männiglichen mit all⸗freundlich⸗
und geneigtem Willen, Vorſchub, Hülff, und allem Guten begegnet.
und zu handen geſtanden werde. Deſſen zu Urkund haben Ihro Hoch⸗
Fürſtl. Durchl. dieſes mit eigenhändiger Unterſchrift und beygedruk⸗
tem Inſiegel beſtättiget.

Carolsburg den 24. September Anno 1715.
(L. S.)“ Carl M. z. B.

Sein Häuſermodell hatte der Markgraf ſelbſt entworfen nach dem
Vorbilde holländiſcher Gartenhäuſer; es ſollten kleine einſtöckige
Wohnungen von Holz mit Manſarddächern ſein. Auch den Plan
der Stadt in Figur eines geöffneten Fächers, deſſen Knopf gleich⸗
ſam durch den Schloßturm, deſſen Flügelblätter durch die von dem⸗
ſelben auslaufenden 9 Straßen dargeſtellt werden, hatte er, angeb⸗
lich unter Beirat eines teſſiniſchen Architekten Bagnetti aus Lugano
entworfen. Er dachte ſich bei dieſem Plane eine Reſidenz für ſein
kleines Land, deſſen Grenzen im Norden nicht über den kur⸗
pfälziſchen Marktflecken Weingarten, im Süden nicht über die mark⸗
gräflich Baden⸗Badenſche Stadt Ettlingen hinaus reichten, und
konnte die Schwierigkeiten künftiger Vergrößerung nicht voraus
ſehen.
Jener Aufruf und Freiheitsbrief war in zahlreichen Exemplaren
an die Baden⸗Durlachiſchen und benachbarten AÄmter zur Verbrei⸗
tung geſchickt worden, erſchien auch bald in öffentlichen Blättern. Es
konnte nicht fehlen, daß vom In⸗ und Ausland Anſiedler herbei⸗
kamen und die Karlsruher Gemeinde in kurzer Zeit ſichtbar ver⸗
größerten. Es ſammelten ſich Leute verſchiedener Art und Bildung,
10*


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_sw10/0147