Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,mi-7/10
Scheffel, Joseph Victor von; Franke, Johannes [Hrsg.]
Joseph Victor von Scheffels sämtliche Werke: mit acht Kunstbeil. nach Gemälden von E. Grützner, A. Liezen-Mayer, Anton von Werner u.a., einer Kt. u. drei Handschriften (Bd. 10: Aufsätze aus verschiedenen Gebieten)
[1916]
Seite: 156
(PDF, 47 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_sw10/0156
156 Aufſätze aus verſchiedenen Gebieten.

geſtellt, damit, wenn dieſe ausgezogen, das Ganze in ſich zuſammen⸗
ſtürze. Nach der Grundſteinlegung zur neuen evangeliſchen Stadt⸗
kirche wurde in Gegenwart des Hofs und großer Verſammlung der
alten ein feierlicher Abſchiedsakt gehalten, die Inſignien an den Platz
des Grundſteins der neuen Kirche verbracht und dann das Ausziehen
der Keile den bereitſtehenden Soldaten kommandiert. Das Zeichen
erfolgte, die Keile wurden gelöſt, das Gewölbe ſtürzte, aber ſo regel⸗
recht und unzerbrochen, daß es, einen Spitzbogen bildend, an der
Widerlagermauer feſtſitzend als neues, nur tiefer gerutſchtes Ge⸗
wölbe, abermals ſeine Kirche deckte.

B. Karlsruhe von der Regierung Carl Friedrichs (1746)
bis zur Regierung des Großherzogs Leopold (1830). —
Weinbrenners drei Jahrzehnte.

Am 22. November 1728, in dem Quadrate des großen Zirkels,
welches gegenwärtig das Miniſterium des Innern einnimmt, hatte
des Stadterbauers Enkel Carl Friedrich das Licht der Welt erblickt.
Nach vormundſchaftlicher Landesverwaltung ſeiner ſchwäbiſchen
Großmutter Wilhelmine Magdalene, die ſeine Erziehung gediegen
leitete und ſeines Oheims Carl Auguſt, während welcher Zeit er auf
der Akademie zu Lauſanne und auf Reiſen in der Schweiz, Frank⸗
reich und den Niederlanden reiche Kenntniſſe erwarb, trat er,
18 Jahre alt, im November 1746 die Regierung ſeines „Durlachi⸗
ſchen Völkleins“ an. Im 23. Lebensjahre vermählte er ſich mit
Caroline Luiſe, der den Künſten befreundeten Tochter des Landgrafen
von Heſſen⸗Darmſtadt.
Dieſem Neſtor der deutſchen Fürſten war es beſchieden, während
65 Jahren die Geſchicke ſeines Landes zu leiten, die humanen Grund⸗
ſätze der Aufklärungszeit und der von ihm mit Vorliebe gepflegten
neueren Nationalökonomie in die Wirklichkeit einzuführen, im Sturm
großer Weltereigniſſe, die mancher kleinen Souveränität für immer
ein Ende bereiteten, unerwartete Erfolge zu erleben und ſtatt einer
halben Markgrafſchaft von 29 ½ Quadratmeilen mit 98000 Ein⸗
wohnern ein Großherzogtum von 272 Quadratmeilen mit beiläufig
einer Million Einwohner zu hinterlaſſen.
Im Jahre 1771 ſtarb zu Raſtatt Auguſt Georg, Markgraf von
Baden⸗Baden, der letzte der katholiſchen Bernhardiniſchen Linie.
Vermöge eines 1765 nicht ohne verwickelte Negoziationen errichteten


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