Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,mi-7/10
Scheffel, Joseph Victor von; Franke, Johannes [Hrsg.]
Joseph Victor von Scheffels sämtliche Werke: mit acht Kunstbeil. nach Gemälden von E. Grützner, A. Liezen-Mayer, Anton von Werner u.a., einer Kt. u. drei Handschriften (Bd. 10: Aufsätze aus verschiedenen Gebieten)
[1916]
Seite: 171
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III. Lokalgeſchichtliches. 171

lithographiſchen Zeichnungen in Manuſkript vor. — Seine mit Vor⸗
liebe gepflogenen archäologiſchen Forſchungen beurkunden die „Ent⸗
würfe und Ergänzungen antiker Gebäude“, 2 Hefte, Karlsruhe 1822
und 1834. Des tätigen Mannes Lebensgang und Werke beſchrieb
1826 A. Schreiber. Joh. Kaſpar Lavater hatte im Jahr 1797 den
aus Rom Zurückkehrenden als einen Künſtler von „ruhig prüfender
Vernunft, Kenntnis, Geſchmack, Fleiß und Beſcheidenheit“ dem
Landesherrn empfohlen. Weinbrenner ſelbſt hat ſich in der Vor⸗
erinnerung zum erſten Heft ſeiner „ausgeführten und projektierten
Gebäude“ in folgender Weiſe ausgeſprochen: „Ob ich gleich während
meiner 25jährigen hieſigen Anſtellung, ſeit ich aus Italien zurück
bin, in der ſo traurigen franzöſiſchen Revolutionsperiode, wo der
Krieg die Hauptrevenüen meines teuren Vaterlandes verſchlang, nur
mit ſparſamen Geldern zu bauen hatte und daher bei meinen Ent⸗
würfen vielfach beſchränkt war und nur ſelten an eine königliche
Pracht denken durfte, ſo hatte ich als Baumeiſter doch vor vielen an⸗
dern den Vorteil, unter kenntnisvollen Fürſten, wie der höchſtſelige
Großherzog Carl Friedrich und deſſen erhabene Nachfolger, Werke
der verſchiedenſten Art, als Kirchen, Paläſte, Theater, Kaſernen und
andere öffentliche Stadt⸗ und Landgebäude auszuführen, wozu eine
eben erſt im Segen des Himmels aufblühende Reſidenz wie Karls⸗
ruhe die ſeltene Gelegenheit bot und dies in einer Zeit, da mehrere
andere Städte vernichtet wurden und in den Bedrängniſſen langer
verheerender Kriege andere Baumeiſter ihre Kenntniſſe und Talente
nicht geltend machen konnten. L
Bei meiner Rückkehr nach Karlsruhe ſah ich mich indeſſen ganz
iſoliert, von Künſtlern und geſchickten Bauhandwerksleuten entfernt,
und mußte mir daher bei der Ausführung meiner Gebäude erſt nach
und nach die nötigen Gehilfen bilden und herbeizuſchaffen ſuchen.
Die Ausübung meiner Kunſt iſt daher der Anpflanzung eines noch
nicht urbaren Feldes zu vergleichen, deſſen Bearbeitung zwar mehr
Mühe und Arbeit als ein anderes koſtet, welches aber auch für die
Kultur um ſo empfänglicher iſt. Ich mußte dies bemerken, damit
meine Künſtlerbeſtrebungen nicht etwa da und dort ein einſeitiges
Urteil erfahren. Bei beſchränkten Mitteln und der oft vielfach hem⸗
menden Abhängigkeit von Bauherren und andern Verhältniſſen läßt
ſich nichts Außerordentliches leiſten, und indem ich meine teils wirk⸗
lich ausgeführten, teils bloß projektierten Gebäude dem kundigen
Publikum vorlege, muß ich recht ſehr wünſchen, jene Umſtände nicht
außer Auge zu laſſen. Wenn man indeſſen in der Anordnung meiner


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