Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,mi-7/10
Scheffel, Joseph Victor von; Franke, Johannes [Hrsg.]
Joseph Victor von Scheffels sämtliche Werke: mit acht Kunstbeil. nach Gemälden von E. Grützner, A. Liezen-Mayer, Anton von Werner u.a., einer Kt. u. drei Handschriften (Bd. 10: Aufsätze aus verschiedenen Gebieten)
[1916]
Seite: 174
(PDF, 47 MB)
Bibliographische Information
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Freiburg und der Oberrhein

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_sw10/0174
174 Aufſätze aus verſchiedenen Gebieten.

zog er die Univerſität Heidelberg, um Philoſophie und Mathematik
zu ſtudieren. 1815 trat er in Weinbrenners Bauſchule. Ohne ſich
von Nachahmung der Antike angezogen zu fühlen, und unter den
Einflüſſen der romantiſchen Literatur und der in Heidelberg aufge⸗
ſtellten Gemäldeſammlung der Brüder Boiſſerée, nicht unberührt von
der damaligen Überſchätzung der Gotik, erwarb er in des Lehrers
Atelier während drei Jahren tüchtige Fachbildung und verwandte
weitere drei Jahre von 1817 bis 1820 auf Vollendung ſeiner Studien
in Italien und Griechenland. Hier berichtigten ſich ſeine Anſchau⸗
ungen über die Gotik. Die damals in Rom ſich vollziehende Wie⸗
dergeburt der deutſchen Malerkunſt durch Cornelius, Overbeck, Veith
und andere Meiſter weckte ihm das Verlangen, in analoger Weiſe
auch ſeine Kunſt von den konventionellen Formen zu befreien und
einem neuen eigenen Geiſte die angemeſſene Form zu ſchaffen. Vor⸗
liebe für Italien und die Italiener und jenes Künſtlerheimweh nach
der ewigen Stadt verblieb für das ganze Leben und lenkte ihn ſpäter⸗
hin noch ſechsmal nach Rom zurück.
Die Reiſe nach Athen und Konſtantinopel unternahm er 1819 mit
den Kunſtgenoſſen Thürmer aus Bayern, ſpäterem Lehrer an der
Bauſchule zu Dresden, und Heger von Darmſtadt. Als Frucht dieſer
Reiſe erſchienen die „maleriſchen Anſichten von Athen, herausgegeben
von F. Heger und H. Hübſch, Darmſtadt 1823 und ſeine Schrift
über die griechiſche Architektur, Heidelberg bei Mohr, 1822“. In
der Heimat 1820 unter die Zahl der Baupraktikanten aufgenommen,
war er 1822 wieder nach Rom zu ſeinen Studien und in den Kreis
der befreundeten Künſtler zurückgekehrt, erhielt 1825 einen Ruf als
Lehrer an die Bauſchule des neu gegründeten Städelſchen Inſtituts
zu Frankfurt am Main und folgte ihm unter Vorbehalt des Rück⸗
tritts in den badiſchen Staatsdienſt. In Frankfurt fertigte er die
Entwürfe für das dortige Waiſenhaus und die proteſtantiſche Kirche
zu Barmen, verkehrte in den Kreiſen des Geſchichtsforſchers Böhmer,
der den Ruf veranlaßt hatte, mit Clemens Brentano, Paſſavant,
Bürgermeiſter Thomas, Rat Schloſſer und ſchrieb eine Verteidigung
der griechiſchen Architektur gegen den Archäologen A. Hirt und Ent⸗
wurf zu einem Theater mit eiſerner Dachrüſtung. 1827 bewirkte
der Finanzminiſter von Böckh, zu deſſen Reſſort das Bauweſen ge⸗
hörte, ſeine Berufung als Reſidenzbaumeiſter und Mitglied der Bau⸗
direktion, und von nun an, 1831 Oberbaurat, 1842 Oberbaudirek⸗
tor, widmete er 36 tätige Jahre zu Karlsruhe ſeinen Amtsgeſchäf⸗
ten, ſeinem Lehramt an der polytechniſchen Schule, der Ausführung


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_sw10/0174