Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,mi-7/10
Scheffel, Joseph Victor von; Franke, Johannes [Hrsg.]
Joseph Victor von Scheffels sämtliche Werke: mit acht Kunstbeil. nach Gemälden von E. Grützner, A. Liezen-Mayer, Anton von Werner u.a., einer Kt. u. drei Handschriften (Bd. 10: Aufsätze aus verschiedenen Gebieten)
[1916]
Seite: 179
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III. Lokalgeſchichtliches. 179

im ſüdweſtlichen Deutſchland und am Rhein“. Es erſchienen 1853 in
4 Heften die Bauwerke „jenes Völkchens, welches in ſtiller Zurückge⸗
zogenheit von der Welt, den Bienen gleich, ſich ſelbſt ſeine Zellen
baute und ſie mit nie raſtendem Kunſtfleiß von Stufe zu Stufe er⸗
weiterte und verſchönerte: die Ziſterzienſer⸗Abtei Maulbronn mit
artiſtiſcher Beſchreibung von Klunzinger.“
Wohl erkennend, daß auch in der vernachläſſigten bäuerlichen Woh⸗
nung ein kleiner Schatz verborgen und daß es Zeit ſei, in nivellieren⸗
der Gegenwart die Reſte charaktervoller Vergangenheit auch auf dieſem
Gebiet zu ſtudieren, veranlaßte Eiſenlohr das Miniſterium des In⸗
nern zur Aufnahme der Holzbauten des Schwarzwaldes; ſie erſchie⸗
nen 1853 in 4. Heften nach Aufnahmen ſeines Schülers F. Federle.
Wer je mit Wohlgefallen jene meiſt einzeln gelegenen Bauernhöfe
beobachtet, wie ſie zwiſchen großen Obſtbaumgruppen mit ihren weit
vorſpringenden ſchützenden Strohdächern, mit den hölzernen ge⸗
bräunten Wänden und Giebeln, offenen Gängen und Galerien und
gekuppelten Fenſterreihen ſo einladend und heimelig hervorſchauen,
der findet hier einen wertvollen Beitrag zur Geſchichte des ale⸗
maniſchen Hauſes.
Friedrich Theodor Fiſcher, den 8. September 1803 in Karls⸗
ruhe geboren, machte ſeine Fachſtudien an der Bauſchule Weinbren⸗
ners und in den Ateliers von Huot und Gau in Paris. Im Jahre
1826 beſtand er mit Auszeichnung die Staatsprüfung, unternahm
ſodann größere Studienreiſen durch Deutſchland, Frankreich und
Italien, ſpäter England, Belgien und Spanien. Nach ſeiner Rück⸗
kehr aus Italien im Jahre 1833 zum Inſpektor in Heidelberg er⸗
nannt, wurde er 1835 Inſpektor in Karlsruhe, 1844 Baurat, 1855
Oberbaurat und trat 1864 als Baudirektor an die Spitze der Hoch⸗
bauverwaltung. Entworfen und ausgeführt wurden von ihm mehr
als 30 evangeliſche und katholiſche Kirchen für Landgemeinden und
kleinere Städte, verſchiedene Pfarr⸗ und Schulgebäude, Amts⸗ und
Rathäuſer, Gefängniſſe, Privathäuſer und Villen; das Pfründner⸗
haus hier. Die Vergrößerung des Polytechnikums, die Maſchinen⸗
bauſchule hier, das nach ſeinen Plänen ausgeführte Lyzeumsgebäude,
die Anatomie und Entbindungsanſtalt in Freiburg, das Rathaus in
Tauberbiſchofsheim waren ſeine letzten bedeutenderen Leiſtungen.
Von ſeinem künſtleriſchen Sinne und bedeutenden Talente für das
Dekorative gaben die Ausſchmückung des ſog. neuen Schloſſes in
Baden, der Umbau und die Ausſchmückung des Palais der verſtorbe⸗
nen Großherzogin Sophie einen Beweis. Im Jahre 1854 wurde
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