Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,mi-7/10
Scheffel, Joseph Victor von; Franke, Johannes [Hrsg.]
Joseph Victor von Scheffels sämtliche Werke: mit acht Kunstbeil. nach Gemälden von E. Grützner, A. Liezen-Mayer, Anton von Werner u.a., einer Kt. u. drei Handschriften (Bd. 10: Aufsätze aus verschiedenen Gebieten)
[1916]
Seite: 192
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192 Aufſätze aus verſchiedenen Gebieten.

Die „Vaterländiſchen Blätter“ erſchienen ebendort vom 16. Ja⸗
nuar bis 13. Mai 1849. Das würde alſo zuſammenſtimmen.
Aber neuere Funde werfen dieſe Kombination über den Haufen:
Am 28. Jan. 49 iſt Scheffel wieder in Heidelberg (an Eggers,
„Deutſche Rundſchau“. 138. Bd. [1909], S. 409), am 11. Febr. iſt
er noch dort (ebenda S. 411). Und erſt im März kehrt er nach
Karlsruhe zurück (ebenda S. 412). Am 12. und 13. Mai nimmt
er an der Offenburger Verſammlung teil (an Schwanitz S. 130),
am 13. Mai iſt er wieder in Karlsruhe (ebenda S. 131).
Es iſt undenkbar, daß in jenen Wochen voll äußerſter politiſcher
Spannung der Herausgeber eines neugegründeten Parteiorgans nicht
an der Stelle geweilt hätte, wo das politiſche Leben des Staates
in den Landtagsverhandlungen ſeine regſten Außerungen fand, zumal
wenn der weſentliche Inhalt dieſes in der Hauptſtadt erſcheinenden
Organs in der Wiedergabe der Verhandlungen des Landtags be⸗
ſteht. Scheffel hat alſo in der Zeit vom Januar bis März mit der
Redaktion des Blattes ſicher nichts zu tun gehabt. Dieſe Feſtſtellung
ſchließt nicht aus, daß er gelegentlicher Mitarbeiter geweſen iſt.
Nun ſchreibt er am 18. Okt. 49 aus Karlsruhe an Eggers
(„Deutſche Rundſchau“ 138, S. 412): „Im März d. J. bin ich
von Heidelberg hierher übergeſiedelt, — die Politik war mir auch
auf den Kragen gerückt; ich ſollte mitſchreiben helfen an einem
Lokalblatt ‚Vaterländiſche Blätter für Baden“; — Du wirſt ſtaunen,
wenn ich Dir ſage, daß es nicht in radikalem Sinn gehalten war;
aber freilich war auch das, was bei uns in Baden vor unſerer un⸗
glücklichen Mairevolution konſervativ oder reaktionär genannt wurde,
nichts anderes als eine gemäßigte Stufe von Revolutionärſein und
unſer, entſchiedener Fortſchritt' in Baden, d. h. die Partei, die unſere
Mairevolution gemacht hat, war ſo ſehr mit Skandal identiſch in
ihrem Streben, daß ein Biedermann wie ich mit ihnen nichts gemein
haben wollte. Ich hatte außerdem die ideale Auffaſſung der Demo⸗
kratie, in der Du mich noch befangen auf der Wartburg antrafſt,
vor deren realer Anſchauung mehr und mehr abgeſtreift und habe
in dem Wirtshauspolitiſieren und in den dürren Volksreden, die im
Grund nichts anderes waren als mehr oder minder geſchickte Kom⸗
binationen von ein paar abgedroſchenen Phraſen, keine Anregung
und keinen Geſchmack gefunden, wiewohl man dies und gerade dies
bei uns in Baden Demokratie nannte. Die künſtleriſche Seite in
mir hat gegen das poſitiv Unſchöne reagiert. Dagegen habe ich
ehrlich und redlich mitgeſtrebt, dem guten Altdeutſchland auf die


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