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Nachwort. L 195
Wir bringen dieſe Abhandlung, deren Wortlaut wir durch Vermitt⸗
lung eines Freundes von Herrn Stadtarchivar Dr. E. Viſcher in
Karlsruhe erhalten haben, in unſerem Band zum Abdruck. Durch
den Hinweis auf die Briefſtelle an Schwanitz und auf unſern Ar⸗
tikel wird zugleich die Angabe von Proelß (S. 26 der gr. Ausg.),
die auf Mitteilungen Kamms beruht, als unrichtig dargetan, wonach
Scheffel ſchon im Jahre 1843 einen Aufſatz über das in Frage
ſtehende Bild veröffentlicht hätte. Dieſe Hervorhebung iſt nötig,
weil ſich tatſächlich in dem Jahrgang 1843 der „Karlsruher Zeitung“
(Nr. 154 vom 9. Juni) eine Auslaſſung über das gleiche Dietzſche
Bild befindet, die ſich aus einem die Situation erläuternden Ge⸗
dicht, das dem Primaner Scheffel wohl zuzutrauen wäre, und einem
längeren Zitat aus irgendeiner (wohl Münchener) Kunſtzeitſchrift
zuſammengeſetzt. Da nun nicht anzunehmen iſt, daß ein Menſch
wie Scheffel nach drei Jahren einen Aufſatz über denſelben Gegen⸗
ſtand an derſelben Stelle wiederholen wird, da weiter die Arbeit aus
dem Jahre 1846 nicht nur durch die Briefſtelle an Schwanitz, ſondern
auch durch die Unterſchrift J. S. als echt beglaubigt erſcheint, ſo
ſind wir zu der Folgerung genötigt, daß der Artikel in Nr. 154
des Jahrgangs 1843 nicht Scheffelſchen Urſprungs iſt und deshalb
hier nicht abgedruckt werden darf.
Der jähe Tod des Freundes im Jahre 1870 hat in Scheffel den
Gedanken erregt, dem Geſchiedenen ein kurzes biographiſches Denk⸗
mal zu ſetzen. Das geſchah in der illuſtrierten Zeitſchrift „Über Land
und Meer“ (Jahrgang 1871, Nr. 32). Dort ſind dem Aufſatz
Scheffels eine Holzſchnittwiedergabe von Dietzens Bild: „Epiſode
aus der Schlacht bei Roßbach“ und ein Holzſchnitt nach einer Zeich⸗
nung von A. v. Werner: „Porträt von Feodor Dietz“ beigegeben
(vgl. an A. v. Werner S. 116), auf deren Wiedergabe wir natür⸗
lich verzichten müſſen.
Der Nachruf für den Archäologen Julius Braun, den „Lan⸗
gen“, den Karlsruher Klaſſengenoſſen, ſpäteren Studienfreund und
Heidelberger Stubennachbar, zu dem Scheffel noch engere Beziehun⸗
gen anzubahnen gedachte, als er ſich — erfolglos — um die Hand
der Julie Artaria, Brauns Schwägerin, bewarb, iſt aus der Bei⸗
lage zur „Allgemeinen Zeitung“ 1869, Nr. 265—268 abgedruckt.
Bgl. auch die Briefe an Schwanitz aus Karlsruhe, 1. Aug. 1869
und Maulbronn, 20. Auguſt 1869.
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