Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,mi-1/3
Scheffel, Joseph Victor von; Franke, Johannes [Hrsg.]
Joseph Victor von Scheffels sämtliche Werke: mit acht Kunstbeil. nach Gemälden von E. Grützner, A. Liezen-Mayer, Anton von Werner u.a., einer Kt. u. drei Handschriften (Bd. 2: Juniperus, Hugideo u.a.)
[1916]
Seite: 7
(PDF, 34 MB)
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  (z. B.: IV, 145, xii)



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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_sw2/0007
Vorwort.

Weſtwärts von den Ufern des Bodenſee, in den mit land⸗
ſchaftlicher Schönheit reich geſegneten Revieren des Hegau,
zu deſſen burgengekrönten Baſaltkuppen die ſilbernen Firn⸗
ſchneefelder der helvetiſchen Alpen herüberſchimmern, — des
Kletgau, wo der hohe Randen unwirtliche Kalkrücken nach
Schaffhauſen hinabſenkt, und der alten Bertholdsbaar, deren
kornreiche Hochebenen einſt den Boden eines von Gryphäen und
Ammoniten durchwimmelten Urmeeres bildeten — zwiſchen
den tannenumſäumten Ausläufern des Schwarzwaldes und
den mauergleichen Höhenzügen der weißen Juraberge, in
den Stromgebieten der jungaufquellenden Donau, der wilden
Wutach und Gauchach und des aus den Schaffhauſer Fällen
in rückläufiger Krümmung zum Inſelkloſter Rheinau hinab⸗
rauſchenden Oberrheines iſt dieſe Erzählung heimiſch.
Im Verlauf bewegter Wanderjahre war es ihrem Verfaſſer
vergönnt, mannigfaltige Einblicke in Vergangenheit, Sprache
und Kultur jener alemanniſchen Landſtriche, denen ihre ge⸗
ſchichtliche und landſchaftliche Bedeutung die Ehrennamen
„Krone Schwabens“ und „Paradies des Wanderers“ errungen
hat, zu gewinnen.
Nach Anſicht eines Großvaters deutſcher Chronikſchreibung,
des wackeren Johannes Aventinus, ſoll ein rechtſinniger
Hiſtoriographus und Lehrer der freyen Künſt nicht allein
Buchkammern und Küſten fleißig durchſuchen; allerlei Hand⸗
ſchriften, alte Freyheit, Uebergabbrieff, Chronica, Ruff, Rei⸗
men, Sprüch, Lieder, Abenthewer, Geſäng, Betbücher, Meß⸗
bücher, Salbücher, Calender, Todtenzettel, Regyſter der Hey⸗
ligenleben durchleſen und abſchreiben, ſondern auch in eigener
Perſon Hitze und Kälte, Schweiß und Staub, Regen und
Schnee, Winter und Sommer erleiden, der alten und zerbro⸗
chenen Stätt, Flecken und Burgſtall Gelegenheit erforſchen und
erfinden, alle Stift und Klöſter durchfahren, Heiligthumb, Seu⸗
len, Bildniß, Creutz, alte Stein, alte Müntz, Gräber, Gemäld,
Gewölb, Oeſtrich, Kirchen, Ueberſchriften beſuchen und beſich⸗


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