http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_sw2/0050
50 Juniperus.
colectio III, p. 48 und collect. VII, p. 126 beſchrieben iſt. S. Falkenſtein,
thüring. Chronica, Erfurt 1738. II, 644. Heraldiker, welche Gott mit freier
Zeit geſegnet hat, mögen übrigens nähere Unterſuchungen darüber anſtellen,
denn an der Urkunde von 1207 im Archiv Allerheiligen zu Schaffhauſen führt
das Rundſiegel des Herrn Rudolf von Hewen einen Schild, in welchem drei
belaubte Lindenzweige quer übereinanderlaufen, welches Wappen mit dem der
benachbarten Freiherrn von Bodmann identiſch wäre — und an der Urkunde
von 1381 im Landesarchiv Karlsruhe trägt das sigillum domini Hainrici
de Hewen in der untern Hälfte des Wappenſchildes ein „kaum ſichtbares
Bäumchen“. Zeitſchr. XVII, 85.
Die Stammfeſte auf dem durch Gipslager mit verſteinerten Schildkröten auch
geologiſch bemerkenswerten Hohenhewen, unweit Engen, wurde auch die alte
Hewen genannt. Der Dreißigjährige Krieg brachte ihr gelegentlich der Be⸗
lagerung von Hohentwiel durch die Bayern die Zerſtörung für immer. „Anno
1639 den 6. Juli iſt der Vorhoff auf Hochwiell von Kaiſeriſchem Volkh ingenummen
und verbrendt worden. Gleich hernach den 12. dis das Schloß Hewen auch
verbrendt worden.“ Eintrag im Hüfinger Anniverſarium.
Von Althewen aus wurden, vermutlich in früher Zeit, die Nachbarburgen
Hewenegg und Neuenhewen erbaut. Urkundliche Nachrichten über die
durch ihre Fernſicht berühmte, 2898' über den Spiegel des Mittelmeers ſich er⸗
hebende, im Volksmunde immer das „Stettener Schlößlein“ genannte Burg
Neuenhewen, deren 70' hoher maſſiver Turm in ſeinem Schatten alljährlich
bergfröhliche Schwärme von Beſuchern raſten und zechen ſieht, ſind ziemlich
ſpärlich. Zu Ende des dreizehnten Jahrhunderts war dieſelbe nicht mehr im
Beſitz derer von Hewen, und im Beginn des vierzehnten, als Meiſter Burkhart
von Frikke mit der Genauigkeit eines Kameralbeamten des neunzehnten dem
Haus Sſterreich ſeine Rechte an „Leut und Gut, Nutz und Gült“ in Schwaben,
Schwarzwald, Elſaß uſw. verzeichnete, war ſie bei Öſterreich, das ſie durch
Kauf vom Grafen Albrecht von Haigerloch erworben.
LVI. OFFITIUM HEWEN.
Dis sint nutze unde reht, die diu hêrschaft hat an liuten und an
guote, die mit der burg ze der Niuwen Hewen koufet sint umbe graven
Albrecht von Heigerlöch.
Bi der burg ze der Niuwen Hewen diu der herschaft eigen ist, lit
ein akker der giltet der hêrschaft ein malter kernen. Da lit ouch ein
brüel der giltet ze dem meisten IIII fouder höwes, bi dem minsten
II fouder höwes. — In der Vorburg ligent ouch VI hiuser, ein schiure,
zwô riutinen unde X garten; die geltent VI vierteil kernen unde II vier-
teil roggen unde XXXI hüenr.
Da ligent ouch XIIII/ juchert an ruitinen, die geltent alle mit-
enandren ze zinse VII müt und ein vierteil roggen. Ze Zimberholz lit
ein schuopös die ouch zuo der burg hoeret, diu giltet ze zinse ein
malter kernen. Dà ligent ouch hofstette und endriu güetlin diu an
sant Martin hoerent, diu geltend ze vogtrehte II malter unde II vier-
teil roggen.
S. Habsburg⸗öſterreichiſches Urbarbuch, ed. F. Pfeiffer, Stuttgart 1850.
p. 288, erläutert bei Schmid, Geſchichte der Grafen von Zollern⸗Hohenburg.
Etuttg. 1862. Pp. 594 ff.
Durch welchen Erwerbtitel Neuenhewen an die Grafen von Hohenberg⸗Haiger⸗
loch gelangte, iſt nicht klar ermittelt. Schmid a. a. O. p. 13 und Beilage 4
„Uber das Dynaſtengeſchlecht von Hewen“ vermutet Verwandtſchaft zwiſchen
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/scheffel_sw2/0050