Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,mi-1/3
Scheffel, Joseph Victor von; Franke, Johannes [Hrsg.]
Joseph Victor von Scheffels sämtliche Werke: mit acht Kunstbeil. nach Gemälden von E. Grützner, A. Liezen-Mayer, Anton von Werner u.a., einer Kt. u. drei Handschriften (Bd. 2: Juniperus, Hugideo u.a.)
[1916]
Seite: 54
(PDF, 34 MB)
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  (z. B.: IV, 145, xii)



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54 Juniperus.

instruerem. Cui etiam de figuris vel modis locucionum dque a grecis
scemata et tropi dicuntur, parvum subicere libellum non incongruum
duxi. Tuamque dilectionem sedulus exoro ut lectioni operam impendas
illarum maxime literarum in quibus nos vitam habere credimus
eternam.
Explicit de metrica arte liber 1. Incipit secundus de scematibus et
tropis.“

Die von Blumenegg.
„Wo die Wutach von ihrem öſtlichen Laufe in einer großen Beugung nach
Süden abweicht, eine Meile oberhalb Stühlingen, bei dem Dorfe Blumen⸗
eck, durchſtrömt ſie eine ungeheure Felsſchlucht. Zu beiden Seiten ſteigen faſt
ſenkrecht weite Kalkſteinwände empor, von deren Zinnen ſchlanke Tannenbäume
kühn in die ſchauerliche Tiefe ſchauen, wo ſich der wilde Bergfluß zwiſchen
Gehölz und Felsſchutt ſchäumend hindurchdrängt.
Rechts zunächſt bei dem Dorfe hat ſich von der Kalkwand ein großes Stück
losgetrennt und ragt vereinzelt, in drohender Richtung, gegen die Kluft hinab.
Auf dieſem Klotze, deſſen oberer Raum nicht unbeträchtlich geweſen ſein muß,
ehebevor ſich auch von ihm wieder einige Stücke getrennt hatten, ſtehet noch die
nördliche Seite eines gevierten Turmes von ſtarker Bauart. Da dieſelbe mit
dem Felsklotze die gleiche ſchiefe Richtung hat, ſo muß ſich dieſer erſt ſpäter
geſenkt haben, welches vielleicht die Urſache vom Zerfallen der Burg war. Noch
von Jahr zu Jahr löſen ſich ſolche Stücke los, wie die ungeheuren Stein⸗
trümmer beweiſen, welche am Fuß der Talwände hingelagert ſind.
Das Ganze gewährt einen ſeltenen, höchſt impoſanten Anblick. Es iſt, als
hätte ſich hier ein Kalkberg ſeiner Länge nach geſpalten und wäre die Kluft
mit dem herabrollenden Schutte bis zu einer gewiſſen Höhe angefüllt und ſo
das Felstal gebildet worden.
Die merkwürdige Gegend war ſchon den Römern bekannt; eine ihrer Straßen
zog ſich jenſeits der Wutach, von Stühlingen oder Schleitheim, längs dem Fuße
des Randen nach Hüfingen. Sie mochten in der Nähe von Füezen, dem ſog.
„Altdorf“, eine Station haben. Man fand daſelbſt verſchiedene römiſche Ge⸗
fäße und der Name Füezen ſelbſt deutet auf die lateiniſche Benennung der
Felsſchlucht: ad fauces. Es könnte alſo wohl der Turm auf dem Klotze von
Blumenegg urſprünglich von den Römern herrühren, wie ſo manche Ritter⸗
burg unſerer Heimat.“ —
Dieſe treu nach der Natur gezeichnete Schilderung, Badenia II. p. 28,
mit welcher als neueſter Touriſt Schnars Führer durch den Schwarzwald,
Freiburg 1865, p. 223 verglichen werden mag, möge dartun, wie das Eigen⸗
artige dieſer Wutachlandſchaft anerkannt wird. Der Altertumsforſcher Leicht⸗
len. ſetzt den Ortsnamen Blumenegg in Beziehung zu dem römiſch⸗galliſchen
Juliomagus, den er für gleichbedeutend mit dem deutſchen Stromnamen Wutach
hält. Forſchungen p. 36.
Anfänge und Herkommen des blumeggiſchen Geſchlechtes ſind dunkel. Suevos
ignorat qui Blumeggensem prosapiam nescit, ſagt ein ſankt blaſiſcher
Geſchichtſchreiber, ohne ſeinen Satz näher zu begründen. In nicht großer Ent⸗
fernung beſtehen jenſeit Thengen eine Burg und Herrſchaft Blumenfeld ſowie
am Randen Burg und BGerrſchaft Blumenberg, Blomberg, „die alte
Blumberg“, deren frühere Beſitzer den Blumeneggern ſtammverwandt waren
und das gleiche Wappen führten. Auch die auf Stahelekk und Tanekk waren
gleichen Stammes. Ob nun für dieſe ſich benachbarten Blumenegg, Blumen⸗


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