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Anmerkungen. 59
1410 bis 1451 duldet ſein Bruder Hugo von Almishofen als Abt von Rheinau
vielfache Verfolgung und Kränkung, ſ. Hohenbaum v. der Meer 1. cit.
Pag. 11
1473. Hainricus, Johannes Ulrich et Georius armigeri de Allmens-
hoven fratres in novo castro. Verkaufen jedoch 1489 ihren Beſitz, die Neuen⸗
burg und Bachheim, an Reinhart von Neuenekk. ſ. Anniverſar I, p. 20, not. 4,
ſowie 1498 Georg von Allmendshofen Weiler und Burgſtall Bruggen (Brugga]
an der Brege an Heinrich von Fürſtenberg veräußert. S. Kolb, Lexikon I,
175, s. v. Bruggen.
Jüngere Söhne des Geſchlechts, Herrn „Fridrich von Almashoffen, Kilcher
zu Ymmedingen“, Herrn „Hans von Almashofen, Kyrchherr zu Wolterting“,
Herrn „Bikk von Almshofen, ein ſant Johanſer riter“ und viele andere, ſowie
die zahlreichen weiblichen Mitglieder, die beinahe maſſenhaft das Kloſter
Mariahof bevölkerten, soror Katherina von Almashofen die alt, soror
Margareta und soror Anna, soror Dorothea Almashofferin conversa,
soror Brid, soror Catherina, soror Frea, soror Anastasia, die „ſyben
Schweſtern von Almashofen“ und viele andere macht das Neidinger Anni⸗
verſarium namhaft. Am 22. März feierte man das Gedächtnis einer „Luggi“,
am 28. Oktober einer „Luggark“ von Almashoffen.
Als die meiſten Beſitzungen verkauft waren, wendete ſich der Almenshofer
Mannsſtamm, bevor er gegen Ende des XVI. Jahrhunderts ausſtarb, noch in
moderner Weiſe der Induſtrie zu, und 1523 verlieh Graf Friedrich von
Fürſtenberg erblich an Philipp von Allmenshofen zu Immendingen und Ge⸗
noſſen ſein Bergwerk zu Hammereiſenbach und Vallenbach ſamt Waſſer und
Wald zu Gewinnung aller Metalle. Die bergmänniſch intereſſante Urkunde ſ.
Zeitſchrift XII, 399.
Eine soror Anna von Almatzhofen war noch im XVII. Jahrhundert Nonne
zu Neidingen. Anniverſar I, p. 41.
Die im Allmenshofer Ried aus klarem Sandboden bewegt und klar auf⸗
quirlenden OQuellen ſtreiten mit den Flüßlein Brigach und Breg, welche laut
Sprichworts die Donau zuwegbringen, ſowie mit dem ſtillen, wohlummauerten
Quell im Schloßhofe zu Donaueſchingen um die Ehre, des Donauſtroms echter
Urſprung zu ſein.
Seit dem Vater der Geſchichtſchreibung, Herodot, der von den Quellen des
Iſter bei der Keltenſtadt Pyrene fabelte, und ſeit Tiberius, der nach der
Bodenſeeſchlacht wider die Vindelizier als bewaffneter Touriſt denſelben nach⸗
ſpürte, bis auf den Kaiſerlichen General Grafen Marſiglio, der den Bregach⸗
urſprung bei Furtwangen in der öſterreichiſchen Herrſchaft Triberg für den
echten Donauquell erklärte, und bis auf des Schwarzwaldskloſters Sankt Ge⸗
orgen verordneten Vicarius perpetuus F. W. Breuninger, der 1719 in ſeinem
„fons Danubii primus et naturalis oder Urquelle des Weltberühmbten
Donauſtroms“ als guter Württemberger mit Leidenſchaft nachwies, daß ſelbiger
„in dem Reich der Natur, nicht zu Don⸗Eſchingen, ſondern anderswo, nämlich
auf den Grenzen, wo ſich das öſterreichiſch und württembergiſch Territorium
miteinander auf das genaueſte benachbarn“, am Hirzwaldplateau im Urſprung
der Brigach zu ſuchen ſei — ein Satz, deſſen Prüfung hinwiederum den Dr.
U. G. Bucher 1720 bewegte, den Urſprung des Donaufluſſes „bei dem Durch⸗
lauchtigen Hauſe Fürſtenberg zu erhalten“, — ſeit dieſen und andern bis zu
ſtreitbarer Erregung geführten Unterſuchungen iſt bekanntlich die Frage noch
immer eine offene. S. Fickler, die Donauquellen und das Abnobagebirge der
Alten, Karlsruhe 1840, und Walchner in Weſtermanuns Monatsheften VII,
521.
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