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Bergpſ almen. 87
Daß er den Unſichtbaren gefalle,
Die den See umſchweben als Geiſter des Orts,
Ungewohnt menſchlicher Stimme.
Hoſianna! G
Glückauf, ein günſtiges Zeichen geſchieht,
Der See erblüht!
Von ſpielenden Winden gewiegt und getragen
Kommt der Tannen feinduftiger Blütenſtaub
Herniedergeſchwebt
Und ſetzt ſich und lagert in zartem Geſpinſt
Licht ſchwefelgelb, wie ein Seegebild,
Auf der ſchwarzgrün erdüſternden Fläche.
Weich aus, mein Kahn, daß der Ruderſchlag nicht
Die blühende Woge durchfurche.
Das Zeichen iſt gut!
Nun wollen wir fein nach der Legangel forſchen,
Die wir geſtern, mit lockendem Köter beſpickt,
Zur Tiefe entſchickt.
Schau, ſchau, die Schnur iſt zum Grunde geriſſen,
Sie ſträubt ſich der Fauſt.
Zieh, Klausner, tüchtig und zieh, daß es ſauſt,
Ein Gewaltiger hat an den Haken gebiſſen.
Er blitzt und erglitzt,
Ein Haupt mit zähnegewaffnetem Schlund
Gähnt empor aus dem Grund...
Hoiho! wanke nicht, Schifflein!
Verfluchter Unhold der Waſſertiefe,
Silbergepanzerter Schuppenträger, G
Geſichterſchneidiger Zucker und Schläger,
Wer iſt hier Meiſter,
Kreatur des Abgrunds,
Du oder ich?
Was ſchlägſt du mit wuchtigem Schwanz wider mich?
Steh feſt, mein ſchaukelnder, gaukelnder Kahn,
Ich habe mit Größern der Erde gerungen
Denn mit ſeinesgleichen.
Warte Geſell, man klopft dir den Kopf.
. . . Heia mit Gott! Nun iſt er bezwungen,
Der Fiſch der Fiſche,
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