Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 6990,mi-1/3
Scheffel, Joseph Victor von; Franke, Johannes [Hrsg.]
Joseph Victor von Scheffels sämtliche Werke: mit acht Kunstbeil. nach Gemälden von E. Grützner, A. Liezen-Mayer, Anton von Werner u.a., einer Kt. u. drei Handschriften (Bd. 2: Juniperus, Hugideo u.a.)
[1916]
Seite: 88
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Bergpſalmen.

Der köſtlichſte aller,
Ein ſchmackhafter Waller!
Kaum ſchlepp' ich zu Berg ihn, ſo drückt ſein Gewicht.
O Herr, du verläſſeſt die Deinen nicht,
Du hilfſt zu Lande und Waſſer!

Gletſcherfahrt.

„Wo biſt du gewandert, Falkenſchluchtklausner?
Lange entbehrten dein die Genoſſen,
Die Zelle ſtund ſchweigend und ſorgſam verſchloſſen,
Dem Dach entſchwebte kein Rauch mehr.“
Des Torſteins Geheimniſſe hab' ich begangen,
Die Wunder der Eiswelt ſah ich erprangen,
Vernehmet, was ich erſchaute.
Die Sohlen mit eiſernen Spitzen beſpickt,
Den Alpſpeer feſt in die Rechte gedrückt,
So hab' ich den Höchſten des Hochlands erklommen.
Mir war, als würd' ich der Erde entnommen;
In Abgrundtiefe ſchwand Wieſe und Wald,
Trotz blauenden Himmels umwehte mich kalt
Des Winters froſtglitzernde Wildnis.

Erdſprengende Urkraft, die tobend einſt
Sich Durchbruch ſchuf,
Hat Joch um Joch dort und Grat um Grat
Durcheinander geſtürmt, aufeinander getürmt;
Pflanzenverlaſſen, eintönig und grau
Starren zerklüftet die kahlnackten Wände,
Selten von flüchtiger Gemſe beſprungen,
Spärlich umwohnt
Vom höhlenbeniſtenden Murmelbär.
Drüber wie lichteſter Mondenglanz
Firnſchneeumfangen, ſilbern erblitzend,
Ragen des Hochgebirgs Hörner empor.
Nimmer hat wärmende Sonne Gewalt,
Sie zu befreien von der frierkalten Decke,
Rückgeſchoſſen prallt Strahl um Strahl
Ermattend dort ab,
Leiſe nur rührt er die Schneeumhüllung,


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